Ergotherapie-Methode

Beziehungsarbeit

In der Beziehungsarbeit üben Klient:innen, eigene Bedürfnisse und Grenzen in der Partnerschaft und im Kontakt mit anderen klar anzusprechen.

Beziehungsarbeit ist ein ergotherapeutischer Ansatz, der sich mit der Gestaltung von Beziehungen im Alltag befasst. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn sexuelle oder körperliche Beschwerden das Miteinander in einer Partnerschaft berühren.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Bedürfnisse, Wünsche und Grenzen ausgedrückt und im Kontakt mit anderen vertreten werden können. Anders als in der Paartherapie liegt der Schwerpunkt auf der einzelnen Person. Eine Partnerin oder ein Partner kann aber einbezogen werden.

Ergotherapie-Sitzung: Therapeut zeigt eine Karte mit dem Wort Ziel

Beziehungsarbeit richtet sich an Erwachsene, bei denen Beschwerden wie Schmerzen beim Sex, eine sexuelle Aversion oder unterschiedliches Verlangen die Partnerschaft belasten können. Eine feste Beziehung ist dafür keine Voraussetzung.

Auch wer mehr Sicherheit darin gewinnen möchte, eigene Grenzen im Kontakt mit anderen zu benennen, kann von dem Ansatz profitieren.

In der Therapie werden Situationen besprochen, in denen es schwerfällt, Bedürfnisse oder Grenzen auszudrücken. Daraus entstehen konkrete Formulierungen und Schritte, die im geschützten Rahmen erprobt werden, zum Beispiel im Rollenspiel.

Zwischen den Terminen werden die erarbeiteten Schritte im Alltag ausprobiert und in der nächsten Sitzung gemeinsam reflektiert. Wird eine Partnerin oder ein Partner einbezogen, kann ein Gespräch auch direkt in der Therapie begleitet werden.

Ein Ziel der Beziehungsarbeit ist, eigene Bedürfnisse und Grenzen klarer wahrzunehmen und sicher ansprechen zu können. Das stärkt die Selbstbestimmung im Kontakt mit anderen.

So kann ein offenerer Umgang mit Beschwerden in der Partnerschaft entstehen, der Druck nimmt und Raum für Nähe lässt.

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