Diagnose

Ergotherapie bei einer sexuellen Aversion

Abneigung oder Angst vor sexuellem Kontakt kennzeichnen eine sexuelle Aversion. Ein Ziel der Ergotherapie ist mehr Sicherheit im Körper und im Alltag.

Eine sexuelle Aversion zeigt sich in ausgeprägter Abneigung, Ekel oder Angst gegenüber sexuellen Kontakten, sodass entsprechende Situationen möglichst gemieden werden. Die Ursachen sind vielfältig und können mit belastenden Erfahrungen, Ängsten oder einer verunsichernden Sexualerziehung zusammenhängen. Das Meiden ist eine verständliche Schutzreaktion, die im Alltag allerdings viel Kraft kosten kann.

Die Ergotherapie arbeitet traumasensibel und stellt Sicherheit und Selbstbestimmung an die erste Stelle. Klient:innen erproben, Berührung und Nähe zunächst in nichtsexuellen Zusammenhängen so zu erleben, dass sie jederzeit die Kontrolle behalten.

Über die Ziele entscheiden Klient:innen individuell und ohne die Erwartung, dass am Ende Sexualität stehen muss. Möglich sind etwa:

  • Angstsignale des Körpers rechtzeitig bemerken
  • Beruhigende Strategien für belastende Momente nutzen
  • Grenzen klar spüren und ausdrücken
  • Nichtsexuelle Berührung als angenehm erleben
  • Das Gefühl von Sicherheit in Beziehungen festigen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Entspannungstechniken und Übungen zur Körperwahrnehmung helfen, Anspannung und Angst im Körper zu bemerken und zu regulieren. Kreative Elemente können einen Weg bieten, belastende Gefühle auszudrücken, ohne sie ausführlich erzählen zu müssen. Die Beziehungsarbeit unterstützt dabei, eigene Grenzen im Kontakt mit anderen zu benennen.

Bei einer psychisch-funktionellen Verordnung sind ein bis zwei Termine pro Woche mit einer Dauer von rund 60 Minuten üblich. Im Einzelsetting bleibt genug Raum, um jederzeit Pausen einzulegen oder Übungen anzupassen.

Grundlage der Behandlung ist eine Heilmittelverordnung für psychisch-funktionelle Ergotherapie, ausgestellt von Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen. Wenn Du bereits in psychotherapeutischer Behandlung bist, stimmen wir uns auf Deinen Wunsch hin gern ab. Du entscheidest, wie viel Du beim ersten Kontakt erzählen möchtest.

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