Diagnose

Ergotherapie bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung

Eine narzisstische Persönlichkeitsstörung kann Beziehungen und den Alltag belasten. Ergotherapie stärkt Selbstreflexion und alltagsrelevante Fähigkeiten.

Typisch ist ein Selbstbild, das zwischen Großartigkeit und tiefer Kränkbarkeit schwankt und stark von Bestätigung durch andere abhängt. Kritik wird als bedrohlich erlebt, das Einfühlen in andere fällt schwer, Beziehungen bleiben oft einseitig. Hinter dem selbstsicheren Auftreten steht meist ein sehr verletzlicher Selbstwert.

Die Ergotherapie bietet ein Übungsfeld, in dem Leistung und Selbstwert einmal entkoppelt werden können. Über gemeinsame Betätigung wird erfahrbar, wie eigene Erwartungen und die Reaktionen anderer zusammenwirken.

Welche Ziele sinnvoll sind, ergibt sich aus der Belastung im Beruf, in Partnerschaft und Familie. Denkbare Richtungen:

  • Umgang mit Kritik und Kränkung erweitern
  • Realistische Einschätzung eigener Anteile in Konflikten
  • Selbstwert aus Tätigkeit statt aus Bestätigung schöpfen
  • Zusammenarbeit auf Augenhöhe erproben
  • Belastbarkeit im Berufsalltag stabilisieren
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Häufig wird an Aufgaben gearbeitet, deren Ergebnis nicht sofort gelingt, weil sich daran der Umgang mit Frustration zeigt. Im sozialen Kompetenztraining kann Rückmeldung geben und annehmen konkret geübt werden. Handwerkliche Tätigkeiten dienen als Feld, in dem Sorgfalt zählt und nicht Wirkung nach außen.

Die Termine liegen im psychisch-funktionellen Rahmen, ein- bis zweimal pro Woche für etwa 60 Minuten. Eine Gruppe kann unterstützend und aufschlussreich wirken, weil Resonanz von anderen unmittelbar spürbar wird.

Grundlage ist eine ärztliche Heilmittelverordnung für eine psychisch-funktionelle Behandlung. Zuständig sind Hausärzt:innen, Psychiater:innen und psychologische Psychotherapeut:innen. Sobald Du sie hast, kannst Du einen Termin vereinbaren.

Therapieplatz anfragen