Diagnose

Ergotherapie bei Depression (depressive Episode)

Bei einer Depression fehlen oft Antrieb und Stimmung. Ergotherapie unterstützt bei der Alltagsbewältigung.

Eine depressive Episode ist eine psychische Erkrankung aus dem Bereich der affektiven Störungen. Kennzeichnend sind eine über mindestens zwei Wochen anhaltende gedrückte Stimmung, ein Verlust von Interesse und Freude sowie eine verminderte Antriebskraft, häufig begleitet von Konzentrations-, Schlaf- oder Appetitstörungen. Gebräuchliche Bezeichnungen sind unter anderem Depression oder affektive Störung; treten die Beschwerden wiederholt auf, spricht man von einer rezidivierenden depressiven Störung.

Die Ergotherapie setzt bei den konkreten Auswirkungen einer depressiven Episode im Alltag an und macht bedeutungsvolle, durch die Erkrankung erschwerte Tätigkeiten schrittweise wieder zugänglich. So entstehen alltagsnahe Strategien, die Handlungsfähigkeit, Tagesstruktur und Teilhabe stärken.

Welche Ziele im Vordergrund stehen, hängt von der Ausprägung der Episode und den persönlichen Ressourcen der Klient:innen ab. Im Fokus stehen häufig:

  • Wiederaufbau einer verlässlichen Tagesstruktur
  • Schrittweise Aktivierung durch bedeutungsvolle Tätigkeiten
  • Stärkung von Antrieb, Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl
  • Verbesserung von Konzentration und Aufmerksamkeit
  • Rückkehr in soziale und berufliche Rollen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

In der Therapie wird an genau den Tätigkeiten gearbeitet, die im Alltag gerade schwerfallen. Über handlungsorientiertes Training werden bedeutungsvolle Aufgaben aktiv ausgeführt, um Antrieb und Struktur Schritt für Schritt aufzubauen. Entspannungsverfahren und Achtsamkeit helfen zusätzlich, innere Anspannung zu lösen und die Selbstwahrnehmung zu stärken.

Depressionen werden im psychisch-funktionellen Fachbereich behandelt; eine Sitzung dauert üblicherweise etwa eine Stunde, meist ein- bis zweimal pro Woche. Gearbeitet wird im Einzeltermin in der Praxis; eine Gruppe zum Austausch mit anderen Betroffenen wäre eine denkbare Ergänzung.

Für die ergotherapeutische Behandlung einer depressiven Episode benötigst Du eine ärztliche Heilmittelverordnung. Ausstellen können sie Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologische Psychotherapeut:innen – bei affektiven Störungen auch als Blankoverordnung, bei der die Therapeut:innen über Umfang und Frequenz entscheiden. Liegt sie vor, genügt eine kurze Anfrage bei einer der Praxen.

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