Diagnose

Ergotherapie bei rezidivierender Depression (rezidivierende depressive Störung)

Bei rezidivierender Depression kehren depressive Phasen wieder. Vorbeugung rückt in den Mittelpunkt, ein Ziel der Ergotherapie ist ein stabiler Alltag.

Eine rezidivierende depressive Störung liegt vor, wenn depressive Episoden wiederholt auftreten, ohne dass dazwischen manische Phasen vorkommen. Zwischen den Episoden bestehen meist beschwerdearme oder beschwerdefreie Zeiträume, in denen die Stimmung weitgehend stabil ist. Typische Anzeichen einer Episode sind gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit und Interessenverlust; gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen wiederkehrende oder chronische Depression.

Die Ergotherapie begleitet sowohl akute Episoden als auch die beschwerdeärmeren Phasen dazwischen, in denen vor allem Stabilität und Rückfallvorbeugung zählen. Getragen wird das von einer belastbaren Tagesstruktur, dem Erkennen persönlicher Warnsignale und dem Erhalt von Aktivität und Teilhabe.

Da die Erkrankung in Phasen verläuft, orientieren sich die Ziele am aktuellen Verlauf und an den Ressourcen der Klient:innen. Typische Schwerpunkte sind:

  • Aufbau und langfristige Stabilisierung einer verlässlichen Tagesstruktur
  • Früherkennung persönlicher Warnsignale und Belastungsgrenzen
  • Entwicklung von Strategien zur Rückfallvorbeugung
  • Erhalt von Aktivität, Selbstwirksamkeit und sozialer Teilhabe
  • Stärkung des eigenständigen Umgangs mit der Erkrankung
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Die Therapie orientiert sich daran, ob gerade eine akute Phase oder ein stabiler Abschnitt vorliegt. In akuten Phasen stehen Aktivierung und Tagesstruktur im Vordergrund, in stabilen Abschnitten das Einüben von Routinen und der Umgang mit Warnsignalen. Genutzt werden dabei unter anderem handlungsorientiertes Training, Stressmanagement sowie achtsamkeits- und entspannungsbasierte Verfahren.

Die Behandlung läuft im psychisch-funktionellen Bereich, in der Regel ein- bis zweimal wöchentlich für rund 60 Minuten. Neben der Einzeltherapie würde sich hier besonders eine Gruppe eignen, um Strategien gemeinsam einzuüben und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.

Auch bei einer rezidivierenden depressiven Störung ist eine ärztliche Heilmittelverordnung die Grundlage. Sie kommt von Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen und ist, da eine affektive Störung vorliegt, auch als Blankoverordnung möglich. Anschließend kannst Du Dich an eine der Praxen wenden.

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