Diagnose

Ergotherapie bei einer erhöhten Libido

Eine erhöhte Libido kann mit Hormonen, Lebensphasen oder Medikamenten zusammenhängen. Belastet sie, hilft Ergotherapie, den Alltag auszubalancieren.

Libido bezeichnet das sexuelle Verlangen, und von einer erhöhten Libido spricht man, wenn es deutlich stärker ist als bisher gewohnt. Häufig gibt es dafür nachvollziehbare Gründe, etwa hormonelle Veränderungen, eine neue Lebenssituation, manische Phasen oder Medikamente wie Dopaminagonisten, die zum Beispiel bei Parkinson eingesetzt werden. Behandlungsbedarf besteht nur, wenn die Veränderung selbst als belastend erlebt wird oder den Alltag spürbar beeinträchtigt.

Ergotherapeutisch geht es zunächst darum, Zusammenhänge zwischen der veränderten Libido und Tagesablauf, Belastungen oder Behandlungen zu erkennen. Klient:innen entwickeln daraus Routinen, mit denen sie ihren Alltag in dieser Phase selbstbestimmt gestalten.

Je nachdem, was die Veränderung ausgelöst hat und wie stark sie den Alltag berührt, setzt die Therapie individuelle Schwerpunkte. Infrage kommen etwa folgende Ziele:

  • Einflüsse wie Schlaf, Stress und Medikamente beobachten
  • Tagesstruktur mit festen Ankerpunkten gestalten
  • Energie in Bewegung, Hobbys oder Kreatives lenken
  • Veränderungen mit Partner:innen oder Behandelnden besprechen
  • Entscheidungen in Ruhe und im eigenen Tempo treffen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Ein Tagebuch zu Schlaf, Stimmung und Verlangen zeigt, welche Faktoren eine Rolle spielen, und kann auf Wunsch ins ärztliche Gespräch mitgenommen werden. Im handlungsorientierten Training entsteht eine Wochenstruktur, die Ruhe und Aktivität ausgleicht. Kreative und handwerkliche Methoden bieten Möglichkeiten, Energie gezielt einzusetzen.

Eine psychisch-funktionelle Einheit dauert rund 60 Minuten, üblich sind ein oder zwei davon pro Woche. Wenn die Mobilität eingeschränkt ist, etwa bei Parkinson, kommt auch ein Hausbesuch infrage.

Um die Heilmittelverordnung für psychisch-funktionelle Ergotherapie kümmern sich Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologische Psychotherapeut:innen. Wenn Du einen Zusammenhang mit Medikamenten vermutest, besprich das bitte zuerst ärztlich und setze nichts eigenständig ab. Danach kannst Du Dich jederzeit bei uns melden.

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