Diagnose

Ergotherapie bei einer verminderten Libido

Stress, Erschöpfung oder Medikamente können zu einer verminderten Libido führen. Ergotherapie unterstützt dabei, das eigene Wohlbefinden zu stärken.

Eine verminderte Libido, umgangssprachlich wenig Lust auf Sex, bedeutet, dass das sexuelle Verlangen schwächer ist als früher oder als gewünscht. Häufige Einflussfaktoren sind anhaltender Stress, Schlafmangel, Depressionen, hormonelle Umstellungen etwa nach einer Geburt oder in den Wechseljahren sowie Medikamente wie Antidepressiva oder hormonelle Verhütungsmittel. Solche Schwankungen gehören zum Leben dazu und sind vor allem dann ein Anlass für Unterstützung, wenn sie als belastend empfunden werden.

Die Ergotherapie bezieht den gesamten Alltag ein, denn Arbeit, Familie und Erholung beeinflussen das Verlangen oft stärker als vermutet. Klient:innen gestalten ihre Woche so, dass mehr Energie und Raum für Genuss und Nähe bleiben.

Die Ziele leiten sich individuell aus den Belastungen und Wünschen der jeweiligen Person ab. Dabei können folgende Punkte eine Rolle spielen:

  • Erholungsphasen im Wochenablauf verankern
  • Energie im Alltag gezielter einteilen
  • Genuss und Sinnlichkeit bewusst erleben
  • Körperliche Veränderungen annehmen und einordnen
  • Bedürfnisse nach Nähe mitteilen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Im Stressmanagement wird untersucht, welche Aufgaben viel Energie kosten und wo sich Entlastung einplanen lässt. Übungen zu Körperwahrnehmung und Achtsamkeit richten sich auf angenehme Sinneseindrücke im Alltag, etwa beim Essen, Duschen oder Spazierengehen. Auf Wunsch lassen sich Partner:innen in einzelne Sitzungen einbeziehen.

Die psychisch-funktionelle Therapie sieht ein bis zwei Sitzungen pro Woche zu je rund 60 Minuten vor. Übungen für den Alltag werden in der Praxis vorbereitet und zu Hause ausprobiert, Teletherapie kann dabei Zwischenschritte begleiten.

Bei Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen kannst Du nach einer Verordnung für psychisch-funktionelle Ergotherapie fragen. Nimmst Du Medikamente, lohnt sich außerdem die ärztliche Frage, ob sie Dein Verlangen beeinflussen können. Anschließend meldest Du Dich einfach bei uns.

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