Diagnose

Ergotherapie bei einer Läsion des Nervus ulnaris

Eine Läsion des Nervus ulnaris schwächt die Hand und stört das Gefühl der Finger. In der Ergotherapie stehen Griffkraft und Gelenkschutz im Mittelpunkt.

Der Nervus ulnaris, bekannt als Musikantenknochen-Nerv, versorgt Kleinfinger, Ringfinger und viele kleine Handmuskeln. Wird er durch Druck, Verletzung oder Engstellen geschädigt, leiden Gefühl, Feinmotorik und Griffkraft; in ausgeprägten Fällen entsteht eine Krallenstellung der Finger. Auslöser sind oft Aufstützen am Ellenbogen, Brüche oder Schnittverletzungen.

Die Ergotherapie schützt die betroffenen Gelenke, trainiert Ersatz- und Restfunktionen und begleitet die Sensibilität durch die Erholungsphasen des Nervs. So bleibt die Hand im Alltag einsatzfähig, während die Regeneration läuft.

Der Heilungsverlauf eines Nervs zieht sich oft über Monate; die Ziele wandern mit. Typisch sind:

  • Fingergelenke vor Überdehnung und Fehlstellung schützen
  • Greifformen für Alltag und Beruf funktionell anpassen
  • Wiederkehrendes Gefühl gezielt schulen
  • Kraft und Geschick der Hand stufenweise aufbauen
  • Überlastung des Ellenbogens im Alltag vermeiden
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Eine kleine Schiene kann die Grundgelenke stützen und der Krallenstellung entgegenwirken. Sensibilitätstraining mit unterschiedlichen Materialien begleitet das nachwachsende Gefühl. Übungen für Spitz- und Schlüsselgriff bringen die Kraft zurück in alltagsrelevante Bewegungen.

Verordnet wird motorisch-funktionell oder sensomotorisch-perzeptiv, mit ein bis zwei Praxis-Terminen pro Woche über rund 30–45 Minuten. Zwischen den Terminen sichern Heimübungen den Fortschritt.

Neurolog:innen, Orthopäd:innen, Handchirurg:innen oder Hausärzt:innen können die Behandlung verordnen. Nach Operationen beginnt die Ergotherapie meist schon in der Schutzphase. Kläre den Starttermin am besten direkt nach dem Arztbesuch mit uns.

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