Diagnose

Ergotherapie bei einer Läsion des Nervus radialis

Eine Läsion des Nervus radialis führt oft zur sogenannten Fallhand. Ergotherapie unterstützt Streckung, Greifen und den Umgang im Alltag.

Der Nervus radialis steuert die Streckung von Handgelenk und Fingern. Wird er geschädigt, etwa durch einen Oberarmbruch, langes Aufliegen oder Druck, kann das Handgelenk nicht mehr aktiv angehoben werden; es entsteht das Bild der Fallhand. Greifen wird dadurch mühsam, obwohl die Beugemuskeln intakt sind.

Mit einer dynamischen Schiene bleibt die Hand funktionsfähig, während der Nerv sich erholt. Parallel trainiert die Ergotherapie zurückkehrende Aktivität und hält Gelenke und Sehnen geschmeidig.

Die Behandlung folgt den Stadien der Nervenerholung. Übliche Schwerpunkte:

  • Greifen mit Schienenunterstützung im Alltag ermöglichen
  • Handgelenk und Finger beweglich erhalten
  • Zurückkehrende Streckaktivität früh aufgreifen und üben
  • Kraft und Ausdauer für Beruf und Haushalt aufbauen
  • Überlastung und Schonhaltungen vermeiden
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Eine individuell gebaute Schiene hebt Handgelenk oder Finger federnd an, sodass Greifen trotz Lähmung gelingt. Passive Bewegungsübungen halten die Strukturen frei, bis der Nerv wieder ansteuert. Danach wird die Streckung an Alltagsgegenständen geübt, vom Glas bis zur Türklinke.

Die Termine finden in der Praxis statt: motorisch-funktionell oder sensomotorisch-perzeptiv, ein- bis zweimal pro Woche, je rund 30–45 Minuten. Schienen werden dort direkt kontrolliert und nachjustiert.

Verordnet wird von Orthopäd:innen, Neurolog:innen, Handchirurg:innen oder Hausärzt:innen. Je früher die Schienenversorgung beginnt, desto besser bleibt die Hand im Spiel. Vereinbare deshalb zeitnah nach der Diagnose einen Termin.

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