Ergotherapie-Methode

Körperwahrnehmung

Körperwahrnehmung beschreibt, wie Spannung, Haltung und Berührung gespürt werden. Ergotherapie schult sie für mehr Sicherheit im Alltag.

Körperwahrnehmung bezeichnet die Fähigkeit, den eigenen Körper zu spüren. Dazu gehören Berührung, Druck und Temperatur ebenso wie Haltung, Bewegung, Muskelspannung und innere Signale wie Atmung oder Herzschlag.

Im Mittelpunkt steht, diese Signale bewusst wahrzunehmen, einzuordnen und im Alltag zu nutzen. In der Ergotherapie wird Körperwahrnehmung in allen Fachbereichen eingesetzt, jeweils mit einem anderen Schwerpunkt.

Ergotherapie-Sitzung: Therapeut zeigt eine Karte mit dem Wort Ziel

Körperwahrnehmung eignet sich für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. In der Neurologie und Handtherapie unterstützt sie Menschen, bei denen Gefühl oder Bewegungskontrolle nach einer Erkrankung oder Verletzung verändert sind, etwa bei Polyneuropathie, Multipler Sklerose oder nach Nervenverletzungen.

Im psychischen Bereich hilft sie, Anspannung, Stress oder Angst früher im Körper zu bemerken, zum Beispiel bei Traumafolgestörungen, Panik oder anhaltenden Schmerzen. Auch bei sexuellen Funktionsstörungen kann ein neuer Zugang zum eigenen Körper ein wichtiger Teil der Behandlung sein.

Gearbeitet wird mit Materialien, Bewegung und Atmung. Je nach Ziel werden etwa unterschiedliche Oberflächen und Temperaturen ertastet, Gewichte und Widerstände gespürt oder Haltungen bewusst verändert und verglichen.

Im psychischen Bereich stehen eher ruhige Übungen im Vordergrund, zum Beispiel das Wahrnehmen der Auflageflächen beim Sitzen oder Stehen, Atemübungen oder der Wechsel von An- und Entspannung. Die Übungen werden so aufbereitet, dass sie auch zu Hause und im Alltag abrufbar sind.

Ein Ziel der Körperwahrnehmung ist, Signale des eigenen Körpers sicherer zu erkennen und passend darauf zu reagieren. Das unterstützt Bewegungskontrolle, Gleichgewicht und einen schonenden Umgang mit Schmerz oder Überlastung.

Gleichzeitig kann ein vertrauterer Kontakt zum eigenen Körper Sicherheit im Handeln geben und helfen, Anspannung früher zu regulieren. So lassen sich Alltag, Beruf und Freizeit selbstbestimmter gestalten.

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