Diagnose

Ergotherapie bei einer Luxation (Fingerluxation)

Nach einer Luxation, etwa eines Fingers beim Ballsport, bleibt das Gelenk oft steif. Ergotherapie fördert Beweglichkeit und die Handfunktion im Alltag.

Bei einer Luxation, umgangssprachlich Verrenkung oder Auskugeln, verlieren die Gelenkflächen ihren Kontakt zueinander, wobei Kapsel und Bänder häufig mitverletzt werden. An der Hand ist die Fingerluxation besonders häufig, meist im Mittelgelenk nach einem Stoß gegen den ausgestreckten Finger, etwa beim Volleyball oder Basketball. Auch wenn das Gelenk wieder eingerenkt ist, können Schwellung, Steifigkeit oder ein Gefühl von Instabilität noch einige Zeit bestehen.

Die Ergotherapie stimmt Schutz und Bewegung des verletzten Gelenks genau aufeinander ab, zum Beispiel mit einer Schiene, die nur die Überstreckung begrenzt. Mit fortschreitender Heilung werden dann Beweglichkeit, Stabilität und Kraft für alltägliche und sportliche Belastungen gezielt gefördert.

Abhängig von Gelenk, Begleitverletzung und Alltag werden individuelle Ziele vereinbart, zum Beispiel:

  • Verletztes Gelenk mit Schiene oder Tape schützen
  • Abschwellen durch Hochlagern und aktive Bewegung fördern
  • Streck- und Beugefähigkeit des Fingers gezielt erweitern
  • Stabilität beim Greifen und Abstützen festigen
  • Rückkehr zu Sport und Beruf sicher planen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

In der ersten Phase wird häufig eine kleine Fingerschiene angepasst oder der verletzte Finger mit dem Nachbarfinger verbunden, damit er geschützt mitbewegt werden kann. Wärmeanwendungen und manuelle Techniken verbessern anschließend die Gleitfähigkeit eingesteifter Gelenkanteile. Greif- und Stützübungen mit Alltagsgegenständen bereiten auf höhere Belastungen vor.

Die motorisch-funktionelle Behandlung findet ein- oder zweimal wöchentlich statt und dauert pro Termin rund 30–45 Minuten. Sobald die Schwellung zurückgeht, wird die Schiene bei Bedarf nachgeformt.

Nach einer Luxation stellen meist Unfallchirurg:innen, Handchirurg:innen oder Orthopäd:innen die Verordnung aus. Statt einer klassischen Verordnung kann die Arztpraxis auch eine Blankoverordnung wählen. Je eher Du nach der Erstversorgung Kontakt aufnimmst, desto früher kann die Schiene angepasst werden.

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