Diagnose

Ergotherapie bei Muskeldystrophien

Muskeldystrophien lassen Kraft über Jahre allmählich weniger werden. Ergotherapie unterstützt dabei, Selbstständigkeit vorausschauend zu sichern.

Muskeldystrophien sind erbliche Erkrankungen, bei denen Muskelgewebe fortschreitend an Kraft verliert. Beginn, Tempo und betroffene Muskelgruppen unterscheiden sich je nach Form erheblich; manche zeigen sich im Kindesalter, andere erst bei Erwachsenen. Mit der Zeit werden Heben, Aufstehen und feine Handarbeiten anstrengender.

Die Ergotherapie plant einen Schritt voraus: Sie trainiert vorhandene Kraft ohne Überlastung und bereitet Anpassungen vor, bevor sie dringend werden. So bleiben wichtige Tätigkeiten möglichst lange in eigener Hand.

Die Ziele werden im Verlauf immer wieder neu ausbalanciert. Dazu gehören häufig:

  • Kraftreserven im Alltag bewusst und sparsam einsetzen
  • Wichtige Handgriffe durch Technik statt Kraft lösen
  • Gelenkbeweglichkeit und Haltung erhalten
  • Hilfsmittel rechtzeitig erproben und einführen
  • Familie und Umfeld in Veränderungen mitnehmen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Übungen bleiben unterhalb der Ermüdungsgrenze und zielen auf Bewegungsqualität statt Maximalkraft. Alltagsaufgaben werden ergonomisch umgebaut: leichteres Werkzeug, kürzere Wege, sitzende Ausführung. Die Hilfsmittel- und Umfeldberatung begleitet größere Schritte wie Anpassungen in Bad oder Küche.

Vorgesehen sind ein bis zwei wöchentliche Einheiten von rund 30–45 Minuten im motorisch-funktionellen oder sensomotorisch-perzeptiven Rahmen.

Neurolog:innen, Kinderärzt:innen oder Hausärzt:innen stellen die Verordnung aus, oft in Abstimmung mit einem Muskelzentrum. Ein langfristiger Behandlungsplan ist hier eher die Regel als die Ausnahme. Melde Dich gern für ein erstes Kennenlernen.

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