Diagnose

Ergotherapie bei Paraparese und Paraplegie

Eine Paraparese verändert Mobilität und viele Handlungsroutinen zugleich. Ergotherapie stärkt Selbstständigkeit im Sitzen, Stehen und Rollstuhlalltag.

Paraparese bedeutet eine Schwäche, Paraplegie eine vollständige Lähmung beider Beine, meist durch eine Schädigung des Rückenmarks. Ursachen können Unfälle, Entzündungen, Tumore oder Gefäßereignisse sein. Neben der Beweglichkeit sind häufig auch Sitzstabilität, Kreislauf und die Organisation des Alltags betroffen.

Die Ergotherapie arbeitet an allem, was im Alltag vom Bett bis zum Arbeitsplatz gebraucht wird: Transfers, Sitzbalance, Rollstuhlhandling und angepasste Abläufe. Ziel ist ein Alltag, der möglichst wenig von fremder Hilfe abhängt.

Die Schwerpunkte hängen von Lähmungshöhe, Wohnsituation und Lebensphase ab. Oft stehen an:

  • Transfers zwischen Bett, Rollstuhl und Auto sicher ausführen
  • Sitzstabilität und Rumpfkontrolle für Handlungen aufbauen
  • Haushalt und Selbstversorgung vom Rollstuhl aus organisieren
  • Druckstellen durch gutes Sitzen und Entlastung vorbeugen
  • Wohnung, Arbeitsplatz und Wege barrierearm gestalten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Transfers und Alltagsabläufe werden so lange variiert, bis sie mit der vorhandenen Kraft verlässlich klappen. Kräftigende Übungen für Rumpf und Arme fließen in echte Aufgaben ein, vom Umsetzen bis zum Kochen im Sitzen. Über die Hilfsmittel- und Umfeldberatung werden Rollstuhl, Wohnung und Arbeitsplatz aufeinander abgestimmt.

Verordnet wird eine motorisch-funktionelle Behandlung, ein- bis zweimal wöchentlich zu rund 30–45 Minuten.

Verordnen können Neurolog:innen, Hausärzt:innen oder die behandelnde Klinik. Nach einer Erstrehabilitation lohnt der direkte Übergang in die ambulante Behandlung. Melde Dich gern, sobald der Entlasstermin feststeht.

Therapieplatz anfragen