Diagnose

Ergotherapie bei verzögertem Erreichen von Entwicklungsstufen

Werden Entwicklungsstufen später erreicht, entwickeln Kinder sich in eigenem Tempo. Ergotherapie unterstützt bei den nächsten Schritten.

Damit ist gemeint, dass ein Kind bestimmte Entwicklungsschritte später erreicht als für sein Alter erwartet, etwa beim Sitzen, Laufen oder Sprechen. Es handelt sich um eine beschreibende Einordnung, nicht um eine feststehende Erkrankung. Ob und welche Unterstützung sinnvoll ist, zeigt sich erst bei genauerem Hinsehen.

Die Ergotherapie beginnt mit einer genauen Befundung, welche Bereiche betroffen sind und welche gut entwickelt sind. Darauf aufbauend werden die nächsten Entwicklungsschritte spielerisch angebahnt, im Tempo des Kindes.

Die Ziele ergeben sich aus dem Befund und den Anliegen der Eltern. Häufig sind das:

  • Nächste Entwicklungsschritte gezielt anbahnen
  • Wahrnehmung und Bewegung als Grundlage stärken
  • Selbstständigkeit im Alltag altersgerecht ausbauen
  • Freude am Ausprobieren erhalten
  • Eltern über Entwicklungsverläufe informieren
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Gearbeitet wird im Spiel, weil Kinder dort am ehesten Neues ausprobieren. Über sensorische Integration werden Wahrnehmung und Bewegung verknüpft, alltagsnahe Aufgaben festigen das Erreichte. Im Elterngespräch wird besprochen, welche Anregungen zu Hause gut hineinpassen, ohne Druck aufzubauen.

Die Behandlung erfolgt sensomotorisch-perzeptiv, ein- bis zweimal wöchentlich über jeweils rund 30–45 Minuten. Meist einzeln in der Praxis, ergänzt durch Termine in Kita oder zu Hause.

Die ärztliche Heilmittelverordnung stellen Kinderärzt:innen aus, häufig im Anschluss an eine Vorsorgeuntersuchung. Bring gern mit, was Dir im Vergleich zu Gleichaltrigen aufgefallen ist. In der Erstbefundung schauen wir uns die Entwicklung dann in Ruhe an.

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