Diagnose

Ergotherapie bei einer organischen Persönlichkeitsstörung

Eine organische Persönlichkeitsstörung verändert nach einer Hirnschädigung Antrieb und Verhalten. Ergotherapie unterstützt mit klaren Abläufen.

Hier verändern sich Wesenszüge und Verhalten infolge einer nachweisbaren Schädigung des Gehirns, etwa nach Unfall, Schlaganfall oder Tumor. Typisch sind verminderte Impulskontrolle, Reizbarkeit, Antriebsveränderungen und ein abgeflachtes oder enthemmtes Verhalten. Angehörige beschreiben oft, dass die Person sich spürbar verändert hat.

Die Ergotherapie stützt sich auf klare äußere Strukturen, weil die innere Steuerung geschwächt ist. Patient:innen und Angehörige erarbeiten Abläufe und Absprachen, die Reibung im Alltag verringern.

Die Schwerpunkte ergeben sich aus Art und Ort der Schädigung sowie dem häuslichen Umfeld. Häufig geht es um:

  • Verlässliche Tagesstruktur von außen etablieren
  • Impulse abfangen und Reizüberflutung vermeiden
  • Handlungsschritte vorstrukturieren und begleiten
  • Konflikte im Zusammenleben entschärfen
  • Angehörige über die organische Ursache aufklären
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Aufgaben werden klar begrenzt, gleichbleibend aufgebaut und mit sichtbaren Hilfen unterlegt, etwa Plänen oder Checklisten. In alltagsnahen Situationen wird geübt, Reize zu reduzieren und Pausen einzuhalten, bevor Anspannung kippt. Die Angehörigenberatung nimmt breiten Raum ein, weil das Umfeld einen großen Teil der Struktur übernimmt.

Behandelt wird ein- bis zweimal wöchentlich über jeweils rund 60 Minuten. Hausbesuche können sinnvoll sein, weil sich Reibungspunkte auch im gewohnten Umfeld bearbeiten lassen.

Notwendig ist eine ärztliche Heilmittelverordnung, die meist von Neurolog:innen, Psychiater:innen oder Hausärzt:innen ausgestellt wird. Häufig ergibt sie sich aus der Nachsorge nach Klinik oder Rehabilitation. Auch Angehörige können den ersten Kontakt herstellen.

Therapieplatz anfragen