Diagnose

Ergotherapie bei einer paranoiden Persönlichkeitsstörung

Anhaltendes Misstrauen erschwert bei einer paranoiden Persönlichkeitsstörung Nähe und Zusammenarbeit. Mehr Sicherheit geben kann Ergotherapie.

Prägend ist ein durchgängiges Misstrauen: Bemerkungen und Handlungen anderer werden als abwertend oder bedrohlich gedeutet, auch wenn dafür wenig spricht. Kränkungen werden lange erinnert, eigene Rechte energisch verteidigt. Vertrauen aufzubauen fällt entsprechend schwer, was Zusammenarbeit und Nähe belastet.

Verlässlichkeit ist hier das wichtigste Arbeitsmittel: klare Absprachen, gleichbleibende Abläufe, nachvollziehbare Begründungen. Auf dieser Grundlage lässt sich erproben, Deutungen zu überprüfen und Zusammenarbeit auszuhalten.

Die Schwerpunkte ergeben sich daraus, wie stark das Misstrauen Alltag und Kontakte einschränkt. Denkbar sind:

  • Eigene Deutungen von Situationen überprüfen lernen
  • Anspannung in sozialen Situationen regulieren
  • Verlässliche Abläufe im Alltag etablieren
  • Zusammenarbeit in kleinen Schritten erproben
  • Berufliche Teilhabe erhalten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Zu Beginn steht ein transparenter Rahmen, in dem jeder Schritt angekündigt und begründet wird. Anhand konkreter Situationen wird gemeinsam geprüft, welche Deutungen möglich sind und woran sich unterscheiden lässt. Gemeinsame Tätigkeiten mit klarer Aufgabenteilung machen Zusammenarbeit erfahrbar, ohne Nähe zu erzwingen.

Gearbeitet wird psychisch-funktionell mit ein bis zwei Terminen wöchentlich à etwa 60 Minuten. Der Einzelrahmen steht klar im Vordergrund; eine Gruppe käme erst infrage, wenn genug Vertrauen entstanden ist.

Der Zugang führt über eine ärztliche Heilmittelverordnung für den psychisch-funktionellen Bereich. Sie stammt von Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen. Wie der erste Termin abläuft, erklären wir Dir vorab, damit nichts überraschend kommt.

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