Diagnose

Ergotherapie bei Polyneuropathie

Eine Polyneuropathie verändert das Gefühl in Händen und Füßen. Ergotherapie unterstützt sicheres Greifen, Gehen und Alltagshandeln.

Bei einer Polyneuropathie sind viele periphere Nerven zugleich geschädigt, häufig durch Diabetes, Chemotherapie oder entzündliche Prozesse. Betroffene spüren Kribbeln, Taubheit oder Brennen, meist zuerst in Füßen und Händen. Mit nachlassendem Gefühl leiden Feinmotorik, Standsicherheit und das Vertrauen in die eigenen Hände.

Die Ergotherapie schult die verbliebene Wahrnehmung und ersetzt fehlendes Gefühl durch Sichtkontrolle und angepasste Techniken. Alltagshandlungen wie Knöpfen, Schneiden oder Treppensteigen werden dadurch wieder verlässlicher.

Die Schwerpunkte hängen davon ab, ob eher Hände, Füße oder beides betroffen sind. Häufig geht es um:

  • Feinmotorik trotz Taubheitsgefühl funktionell sichern
  • Berührungsreize gezielt wahrnehmen und unterscheiden
  • Verletzungen an gefühlsarmen Händen vorbeugen
  • Stand- und Gangsicherheit im Alltag verbessern
  • Werkzeuge und Griffe an das veränderte Gefühl anpassen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Sensibilitätstraining mit Igelball, Linsenbad und verschiedenen Oberflächen fordert die Nerven regelmäßig heraus. Alltagshandgriffe werden mit Sichtkontrolle und rutschfesten Materialien neu eingeübt. Die Hilfsmittelberatung findet Besteck, Stifte und Küchenhelfer, die trotz Taubheit gut zu führen sind.

Üblich ist eine sensomotorisch-perzeptive Verordnung mit ein bis zwei Einheiten wöchentlich zu rund 30–45 Minuten. Bei unsicherem Gehen kommen Hausbesuche in Betracht, sonst wird in der Praxis gearbeitet.

Neurolog:innen oder Hausärzt:innen verordnen die Behandlung, bei Chemotherapie-Folgen auch die Onkologie. Beschreib beim Termin ruhig genau, welche Handgriffe unsicher geworden sind. Daran richten wir die Behandlung aus.

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