Diagnose

Ergotherapie beim Post-COVID-19-Zustand

Bei Post-COVID halten Erschöpfung und Konzentrationsprobleme oft lange an. Ergotherapie begleitet beim behutsamen Wiederaufbau des Alltags.

Vom Post-COVID-19-Zustand, oft Long COVID genannt, spricht man, wenn Beschwerden mehr als zwölf Wochen nach einer Corona-Infektion fortbestehen. Häufig sind anhaltende Erschöpfung, Konzentrations- und Wortfindungsprobleme, Atemnot oder Belastungseinbrüche nach Anstrengung. Die Beschwerden schwanken oft von Tag zu Tag.

Die Ergotherapie stimmt Anforderungen und Energie sorgfältig aufeinander ab, damit Fortschritte nicht in Rückschlägen enden. Alltag, Beruf und Erholung bekommen dafür eine neue, tragbare Ordnung.

Die Ziele richten sich individuell nach Beschwerdebild und Lebenssituation. Häufig geht es um:

  • Ein realistisches Maß an Aktivität pro Tag finden
  • Konzentration und Merkfähigkeit schrittweise stärken
  • Haushalt und Beruf in machbare Etappen gliedern
  • Warnzeichen einer Überlastung früh bemerken
  • Den Wiedereinstieg in die Arbeit vorbereiten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Zu Beginn wird protokolliert, welche Aktivitäten Beschwerden auslösen und wo verborgene Energiefresser stecken. Hirnleistungstraining kann ggf. eingesetzt werden und Aufmerksamkeit und Gedächtnis in kurzen, dosierten Einheiten beüben. Ergänzend werden Atem- und Entspannungstechniken sowie ein gestufter Plan für den Berufseinstieg erarbeitet.

Eine Einheit dauert 30–60 Minuten, üblich ist ein wöchentlicher Rhythmus nach Verträglichkeit. Wenn Wege zu anstrengend sind, lässt sich per Teletherapie oder Hausbesuch arbeiten.

Ausgestellt wird die Heilmittelverordnung von Hausärzt:innen, Neurolog:innen oder einer Post-COVID-Ambulanz. Je nach Schwerpunkt lautet sie motorisch-funktionell, sensomotorisch-perzeptiv oder psychisch-funktionell. Mit der Verordnung kannst Du direkt einen Termin anfragen.

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