Diagnose

Ergotherapie bei Quetschungen

Bei Quetschungen der Finger sind oft Haut, Sehnen und Nerven betroffen. Ergotherapie begleitet daher die Wiederherstellung der Handfunktion.

Quetschungen, fachlich auch Quetsch- oder Crush-Verletzungen, entstehen, wenn ein Körperteil zwischen zwei Flächen eingeklemmt wird, etwa in einer Tür, einer Maschine oder unter einer schweren Last. Im Unterschied zur Prellung wirkt der Druck länger und flächiger ein, sodass neben Haut und Muskulatur auch Nagelbett, Sehnen, Gefäße oder Nerven geschädigt sein können. An den Fingern folgen daher häufig starke Schwellungen, Narben, Taubheitsgefühle oder Kälteempfindlichkeit.

Die Ergotherapie behandelt die Folgen im Gewebe und deren Auswirkungen auf das Greifen gleichermaßen. Narben- und Sensibilitätsarbeit werden mit Übungen verbunden, die feine und kraftvolle Griffe Schritt für Schritt fördern.

Weil jede Quetschung ein eigenes Verletzungsmuster hat, werden die Ziele individuell festgelegt, zum Beispiel:

  • Narben geschmeidig und belastbar halten
  • Berührungs- und Temperaturempfinden der Finger schulen
  • Beweglichkeit in den betroffenen Gelenken erweitern
  • Feinmotorik für Knöpfe, Schrauben oder Tastatur fördern
  • Zugreifen mit Kraft für den Arbeitsalltag sichern
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Nach dem Wundverschluss werden Narben massiert, mobilisiert und bei Bedarf mit Silikonauflagen oder Kompression versorgt. Bei überempfindlichen Fingerkuppen unterstützt eine schrittweise Gewöhnung an Materialien wie Linsen, Sand oder Watte. Parallel üben Patient:innen Griffe, die sie im Beruf und im Haushalt häufig brauchen.

Je nach Ausmaß der Verletzung erstreckt sich die Behandlung über mehrere Wochen bis Monate, meist mit ein bis zwei Praxisterminen zu rund 30–45 Minuten pro Woche. Verordnet wird sie als motorisch-funktionelle Behandlung.

Häufig stellen Hand- oder Unfallchirurg:innen die Heilmittelverordnung aus, sobald die Wunden versorgt sind, alternativ auch Hausärzt:innen. Vorhandene Arzt- oder OP-Berichte kannst Du gern zum ersten Termin mitbringen, sie erleichtern uns die Planung.

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