Diagnose

Ergotherapie bei einer Rotatorenmanschettenläsion

Eine Rotatorenmanschettenläsion kann die Kraft der Schulter einschränken. Ergotherapie unterstützt bei alltäglichen Tätigkeiten wie Anziehen und Kämmen.

Die Rotatorenmanschette ist ein Verbund aus vier Muskeln und ihren Sehnen, der den Oberarmkopf in der Schulterpfanne zentriert und den Arm dreht und hebt. Bei einer Rotatorenmanschettenläsion, umgangssprachlich oft Sehnenriss in der Schulter genannt, ist eine dieser Sehnen teilweise oder vollständig gerissen, meist durch Verschleiß oder einen Sturz. Typisch sind Kraftverlust beim seitlichen Anheben, nächtliche Schmerzen und Mühe bei Bewegungen hinter den Rücken.

Ob nach einer Sehnennaht oder bei konservativer Behandlung, die Ergotherapie richtet sich nach den ärztlichen Belastungsvorgaben für die Schulter. In der Schonphase stehen einhändige Alltagstechniken im Mittelpunkt, danach wird die Kraft des Arms schrittweise für Haushalt und Beruf aufgebaut.

Welche Schritte anstehen, hängt individuell von der Art der Versorgung und vom Heilungsstand ab:

  • Anziehen und Körperpflege während der Schonphase selbstständig gestalten
  • Umgang mit der Schulterorthese im Alltag sichern
  • Kraft beim seitlichen Anheben des Arms stufenweise aufbauen
  • Greifen hinter den Rücken und über Kopf erweitern
  • Belastbarkeit für Beruf und Freizeit festigen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Nach einer Operation wird zunächst geübt, wie Hemd, BH oder Jacke mit angelegter Schulterorthese an- und ausgezogen werden. Die Hilfsmittelberatung klärt, welche Greif- oder Anziehhilfen den Alltag in dieser Zeit erleichtern. Nach der ärztlichen Freigabe folgen manuelle Techniken und alltagsnahe Kraftübungen, etwa das Einräumen leichter Gegenstände in Schulterhöhe.

Verordnet werden motorisch-funktionelle Termine von rund 30–45 Minuten, in der Regel eine oder zwei Sitzungen wöchentlich.

Orthopäd:innen, Unfallchirurg:innen oder die operierende Klinik stellen die Heilmittelverordnung aus. Wählt die ärztliche Praxis eine Blankoverordnung, legen wir Anzahl und Abstand der Termine passend zum Heilungsverlauf fest. Frag am besten schon vor der Entlassung nach der Verordnung, damit zwischen Klinik und Praxis keine Lücke entsteht.

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