Diagnose

Ergotherapie bei sonstigen extrapyramidalen Bewegungsstörungen

Extrapyramidale Bewegungsstörungen bringen Unruhe oder Steifheit in jede Handlung. Ergotherapie unterstützt kontrollierte, alltagstaugliche Abläufe.

Extrapyramidale Bewegungsstörungen entstehen in den Hirnregionen, die Bewegungen automatisch abstimmen. Neben den Parkinson-Syndromen gehören dazu etwa Dystonien mit unwillkürlichen Verkrampfungen, Tremor oder überschießende Bewegungen. Willkürliche Handlungen bleiben möglich, laufen aber weniger dosiert ab.

Die Ergotherapie sucht mit den Patient:innen nach Bedingungen, unter denen Bewegungen ruhiger gelingen: Haltung, Tempo, Unterlage, Gewicht des Werkzeugs. Diese Erkenntnisse werden zu festen Alltagsstrategien ausgebaut.

Was geübt wird, ergibt sich aus Art und Ausprägung der Störung. In Frage kommen:

  • Schreiben, Essen und Trinken kontrollierter ausführen
  • Auslöser für Verkrampfungen erkennen und umgehen
  • Ruhigere Ausgangspositionen für feine Arbeiten finden
  • Ermüdung als Verstärker der Symptome einplanen
  • Selbstsicherheit in der Öffentlichkeit stärken
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Ausprobiert wird ganz praktisch: beschwertes Besteck beim Tremor, veränderte Stifthaltung bei der Schreibdystonie, Abstützen der Arme bei feinen Arbeiten. Entspannungsverfahren senken die Grundanspannung, die viele Symptome verstärkt. Für belastende Situationen außer Haus entstehen konkrete Handlungspläne.

Verordnet wird motorisch-funktionell oder sensomotorisch-perzeptiv, ein- bis zweimal wöchentlich über rund 30–45 Minuten. Der Großteil findet in der Praxis statt, ergänzt um Beratung für Wohnung und Arbeitsplatz.

Die Heilmittelverordnung kommt von Neurolog:innen oder Hausärzt:innen. Hilfreich ist eine kurze ärztliche Beschreibung, welche Bewegungsstörung genau vorliegt. Danach starten wir mit einer ausführlichen Befundung.

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