Diagnose

Ergotherapie bei Ataxie

Eine Ataxie macht Bewegungen unsicher und schwer zu dosieren. Ergotherapie übt Halt, Zielgenauigkeit und sichere Alltagswege.

Ataxie bezeichnet eine gestörte Abstimmung von Bewegungen, meist durch Veränderungen im Kleinhirn oder seinen Bahnen. Bewegungen schießen über das Ziel hinaus oder brechen zu früh ab, der Gang wird breitbeinig und unsicher. Ursachen reichen von Schlaganfällen über Entzündungen bis zu erblichen Erkrankungen.

Die Ergotherapie stabilisiert Handlungen über Haltung, Abstützen und angepasstes Tempo. Was im Behandlungsraum klappt, wird anschließend unter Alltagsbedingungen gefestigt.

Die Ziele richten sich individuell nach den unsichersten Situationen des Tages. Verbreitet sind:

  • Trinken, Essen und Schreiben zielgenauer steuern
  • Stand- und Sitzstabilität für Handlungen aufbauen
  • Stürze auf Wegen und Treppen vermeiden
  • Doppelaufgaben wie Gehen und Tragen sicher meistern
  • Wohnung sturzarm und griffgünstig einrichten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Bewegungen werden mit Abstützpunkten, geführtem Tempo und beschwerten Gegenständen kontrollierbarer gemacht. Gleichgewichtsanforderungen steigen schrittweise, vom stabilen Sitz bis zum Hantieren im Stehen. Die Umfeldberatung ergänzt Haltegriffe, rutschfeste Unterlagen und kluge Ablageorte in der Wohnung.

Behandelt wird ein- bis zweimal pro Woche über rund 30–45 Minuten, motorisch-funktionell oder sensomotorisch-perzeptiv verordnet. Hausbesuche bieten sich an, wenn Stürze zu Hause das Hauptthema sind.

Neurolog:innen oder Hausärzt:innen stellen die ärztliche Heilmittelverordnung im sensomotorisch-perzeptiven oder motorisch-funktionellen Bereich aus. Ein Termin dauert in der Regel 30–45 Minuten.

Therapieplatz anfragen