Diagnose

Ergotherapie bei sonstigen Persönlichkeitsstörungen

Jeder Alltag bringt unterschiedliche Herausforderungen. Dabei unterstützt Ergotherapie Menschen mit sonstigen Persönlichkeitsstörungen individuell.

Unter diesem Sammelbegriff werden Ausprägungen zusammengefasst, die den bekannten Typen nicht eindeutig zuzuordnen sind, etwa abhängige, zwanghafte oder gemischte Formen. Gemeinsam ist ihnen, dass festgefahrene Muster im Erleben und Verhalten die Lebensführung erschweren. Die Beschwerden sind deshalb nicht weniger belastend als bei klar benannten Formen.

Weil die Ausprägungen sehr unterschiedlich sind, beginnt die Ergotherapie mit einer genauen Betrachtung des Alltags statt mit der Diagnose. Daraus entsteht ein Vorgehen, das an den konkret schwierigen Situationen ansetzt.

Die Ziele werden individuell abgeleitet und im Verlauf angepasst. Oft betreffen sie:

  • Handlungsfähigkeit in belastenden Situationen erweitern
  • Selbstständigkeit und Entscheidungsfreude stärken
  • Perfektionsansprüche auf ein machbares Maß bringen
  • Rollen in Familie und Beruf neu ausbalancieren
  • Verlässliche Alltagsroutinen entwickeln
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme, welche Tätigkeiten gelingen, welche vermieden werden und wo Konflikte entstehen. Darauf aufbauend werden alltagsnahe Aufgaben gewählt, die genau diese Punkte berühren. Rückmeldung aus dem sozialen Kompetenztraining ergänzt das um die zwischenmenschliche Seite.

Der Rahmen ist psychisch-funktionell mit ein bis zwei Einheiten pro Woche über je rund 60 Minuten. Gearbeitet wird einzeln, ausgerichtet an der jeweiligen Ausprägung.

Auch hier ist eine ärztliche Heilmittelverordnung für eine psychisch-funktionelle Behandlung erforderlich. Sie kommt von Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen. Welche Ausprägung genau vorliegt, klären wir gemeinsam im ersten Termin.

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