Diagnose

Ergotherapie bei einer Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen

Bei einer Störung des Sozialverhaltens bei vorhandenen sozialen Bindungen können in Gruppen Konflikte entstehen. Ergotherapie stärkt den Umgang.

Hier sind die Kinder gut in eine Gleichaltrigengruppe eingebunden, zeigen aber gemeinsam mit ihr auffälliges Verhalten. Regelverstöße, Aggression oder Delikte geschehen typischerweise im Gruppenkontext, während die Beziehungen untereinander stabil sind. Der Gruppendruck spielt für das Verhalten eine wesentliche Rolle.

Weil die Bindungsfähigkeit vorhanden ist, kann daran unmittelbar angeknüpft werden. Gearbeitet wird an eigenen Entscheidungen innerhalb der Gruppe und an Alternativen zum Mitmachen.

Die Schwerpunkte richten sich nach Alter und Ausmaß der Regelverstöße. Häufig geht es um:

  • Eigene Entscheidungen gegen Gruppendruck treffen
  • Folgen des eigenen Handelns früher einschätzen
  • Vorhandene Stärken auf andere Bereiche übertragen
  • Sinnvolle Beschäftigung außerhalb der Gruppe finden
  • Schule und Familie wieder einbinden
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Anhand konkreter Vorfälle wird durchgegangen, an welchen Punkten eine andere Entscheidung möglich gewesen wäre. Im Sozialkompetenztraining wird geübt, sich abzugrenzen, ohne den Anschluss zu verlieren. Handwerkliche Projekte über mehrere Termine bieten Erfolgserlebnisse, die nicht an die Gruppe gebunden sind.

Behandelt wird ein- bis zweimal wöchentlich über jeweils rund 60 Minuten. In Einzelterminen wird die eigene Position bearbeitet; eine Kleingruppe, um die Gruppensituation direkt zu üben, wäre eine passende Ergänzung.

Die ärztliche Heilmittelverordnung kommt von Kinderärzt:innen oder Kinder- und Jugendpsychiater:innen. Häufig ist bereits die Jugendhilfe beteiligt, mit der wir uns gern abstimmen. Melde Dich einfach für einen Ersttermin.

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