Diagnose

Ergotherapie bei Störungen des Gleichgewichtsorgans

Bei Störungen des Gleichgewichtsorgans geraten alltägliche Bewegungen ins Schwanken. Ergotherapie unterstützt sichere Abläufe trotz Schwindel.

Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr meldet Lage und Bewegung des Kopfes. Ist es gestört, entstehen Schwindel, Gangunsicherheit und Übelkeit, oft ausgelöst durch Kopfbewegungen, Lagewechsel oder visuelle Reize. Viele Betroffene schränken aus Vorsicht Aktivitäten ein, was die Unsicherheit langfristig eher verstärkt.

Die Ergotherapie führt schrittweise wieder an Bewegungen heran, die Schwindel auslösen, damit sich das System neu einstellen kann. Zugleich werden Alltagssituationen wie Duschen, Einkaufen oder Fahrradfahren sicherer organisiert.

Die Reihenfolge ergibt sich daraus, welche Situationen am meisten Unsicherheit auslösen. Häufig geht es um:

  • Kopf- und Lagewechsel im Alltag wieder zulassen
  • Gehen in belebter Umgebung sicher gestalten
  • Stürzen in Bad und Haushalt vorbeugen
  • Vermeidungsmuster nach und nach abbauen
  • Vertrauen in die eigene Balance stärken
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Geübt wird mit ansteigender Reizstärke: erst Blick- und Kopfbewegungen im Sitzen, dann Stehen auf wechselnden Unterlagen, später Alltagswege mit Ablenkung. Doppelaufgaben wie Gehen mit Einkaufstasche kommen gezielt dazu. Die Umfeldberatung sichert kritische Stellen wie Dusche und Treppen ab.

Verordnet wird sensomotorisch-perzeptiv, ein- bis zweimal wöchentlich zu rund 30–45 Minuten. Behandelt wird in der Praxis, bei ausgeprägter Unsicherheit zunächst zu Hause.

Verordnungen kommen hier von HNO-Ärzt:innen, Neurolog:innen oder Hausärzt:innen. Je nach Ursache läuft parallel eine medizinische Behandlung des Innenohrs. Mit der Verordnung kannst Du direkt einen Termin anfragen.

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