Ergotherapie-Methode

Intimitätsarbeit

Intimitätsarbeit erkundet Formen von Nähe, die sich stimmig anfühlen. Ergotherapie unterstützt so einen selbstbestimmten Umgang mit Sexualität.

Intimitätsarbeit ist ein ergotherapeutischer Ansatz, der sich mit Nähe, Zärtlichkeit und Sexualität im Alltag befasst. Sie wird vor allem eingesetzt, wenn Beschwerden wie Schmerzen, Anspannung oder fehlendes Verlangen das intime Erleben beeinflussen.

Im Mittelpunkt steht ein erweitertes Verständnis von Intimität, das nicht allein auf Sex ausgerichtet ist. Gemeinsam wird erkundet, welche Formen von Nähe sich gut anfühlen und wie sie Raum im Alltag bekommen.

Ergotherapie-Sitzung: Therapeut zeigt eine Karte mit dem Wort Ziel

Intimitätsarbeit richtet sich an Erwachsene mit oder ohne Partnerschaft, deren Erleben von Nähe durch Beschwerden verändert ist. Dazu gehören zum Beispiel Vaginismus, Schmerzen beim Sex, Orgasmusstörungen oder ein verändertes sexuelles Verlangen.

Auch nach Erkrankungen, Operationen oder in Lebensphasen mit körperlichen Veränderungen kann der Ansatz helfen, einen neuen Zugang zu Nähe zu finden.

Häufig beginnt die Arbeit damit, Wünsche, Grenzen und angenehme Formen von Berührung zu sammeln. Daraus entsteht ein schrittweiser Übungsplan, dessen Tempo die Klient:innen bestimmen und der jederzeit angepasst werden kann.

Die Übungen reichen von Achtsamkeit für Sinneseindrücke bis zu gemeinsamen Ritualen der Nähe, die ohne Leistungsdruck auskommen. In der Therapie selbst finden keine körperlichen Übungen zur Sexualität statt. Sie werden dort vorbereitet und nachbesprochen.

Ein Ziel der Intimitätsarbeit ist ein entspannter und selbstbestimmter Umgang mit Nähe und Sexualität. Wahrzunehmen, was guttut, ist dabei wichtiger als das Erreichen bestimmter Ergebnisse.

So kann Intimität zu einem Bereich werden, in dem Genuss, Verbundenheit und Sicherheit Platz haben.

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