Diagnose

Ergotherapie bei einer Orgasmusstörung

Bleibt ein Orgasmus trotz Lust immer wieder aus, kann eine Orgasmusstörung vorliegen. Ergotherapie stärkt das Wahrnehmen eigener Empfindungen.

Bei einer Orgasmusstörung bleibt der Orgasmus trotz ausreichender Erregung dauerhaft aus, tritt nur stark verzögert ein oder wird als deutlich schwächer erlebt; das vollständige Ausbleiben heißt fachlich Anorgasmie. Weil das Erleben von Orgasmen sehr unterschiedlich ist, gilt das nur dann als behandlungsbedürftig, wenn die Person selbst darunter leidet. Einfluss haben oft Anspannung, ein hohes Kontrollbedürfnis, wenig Wissen über den eigenen Körper oder Medikamente wie bestimmte Antidepressiva.

In der Ergotherapie steht das bewusste Wahrnehmen von Erregung und Körperempfindungen im Vordergrund, ohne den Orgasmus zum Ziel jeder Situation zu machen. Wer den eigenen Körper besser kennt, kann Wünsche auch gegenüber anderen klarer äußern.

Was Klient:innen sich für ihre Sexualität wünschen, bestimmt die individuellen Ziele. Im Mittelpunkt können stehen:

  • Erregung und Körperempfindungen differenziert wahrnehmen
  • Kontrolle in sicheren Momenten bewusst lockern
  • Wissen über den eigenen Körper erweitern
  • Vorlieben und Wünsche klar kommunizieren
  • Sexualität mit Neugier statt Zielorientierung erleben
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Mit Achtsamkeit wird die Aufmerksamkeit für feine Körpersignale und für den gegenwärtigen Moment geschult. Die Sexualtherapie vermittelt Wissen über Erregung und Orgasmus und bespricht Übungen für den privaten Rahmen. Entspannungstechniken helfen, Anspannung und Kontrollbedürfnis rechtzeitig wahrzunehmen.

Die Termine dauern etwa 60 Minuten und finden ein- bis zweimal pro Woche im Rahmen einer psychisch-funktionellen Verordnung statt. Wer möchte, kann einzelne Sitzungen gemeinsam mit Partner:in wahrnehmen oder per Video teilnehmen.

Den Anfang macht eine Heilmittelverordnung für psychisch-funktionelle Ergotherapie. Ausstellen dürfen sie Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologische Psychotherapeut:innen. Anschließend genügt eine kurze Nachricht an uns, um einen Termin zu vereinbaren.

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