Diagnose

Ergotherapie nach einer Amputation

Nach einer Amputation müssen alltägliche Abläufe oft angepasst werden. Ergotherapie unterstützt beim Anziehen, Essen und Umgang mit einer Prothese.

Bei einer Amputation wird ein Körperteil ganz oder teilweise operativ entfernt, etwa nach einem Unfall, bei Durchblutungsstörungen oder schweren Infektionen. Betroffen sein können einzelne Finger, die Hand, der Arm oder das Bein. Häufig treten danach Phantomempfindungen oder Phantomschmerzen auf, also Wahrnehmungen im nicht mehr vorhandenen Körperteil.

Nach einer Amputation unterstützt die Ergotherapie dabei, Alltagshandlungen neu zu organisieren, sei es einhändig, mit Hilfsmitteln oder mit einer Prothese. Zugleich begleitet sie den Umgang mit dem veränderten Körpergefühl und mit Phantomschmerzen.

Die Ziele hängen individuell von Höhe und Art der Amputation sowie von den eigenen Plänen für Alltag und Beruf ab:

  • Selbstständigkeit bei Körperpflege, Anziehen und Essen erweitern
  • Handhabung einer Arm- oder Handprothese sicher trainieren
  • Narbe und Stumpf auf Belastung und Prothese vorbereiten
  • Umgang mit Phantomschmerzen stärken
  • Wohnung und Arbeitsplatz passend gestalten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Beim Gebrauchstraining wird die Prothese in echten Aufgaben geübt, etwa beim Öffnen einer Flasche oder beim Schneiden von Brot. Die Spiegeltherapie kann Phantomschmerzen lindern, indem das Spiegelbild der erhaltenen Gliedmaße dem Gehirn eine vollständige Bewegung zeigt. Narbenmassage und das Abhärten des Stumpfes bereiten die Haut auf den Einsatz der Prothese vor.

Ambulant folgen auf die Klinikzeit meist ein bis zwei Termine pro Woche zu jeweils rund 30–45 Minuten. Bei Bedarf findet die Therapie auch zu Hause oder im Pflegeheim statt.

Nach der Entlassung stellen Dir Unfallchirurg:innen, Orthopäd:innen oder Deine Hausarztpraxis eine Heilmittelverordnung aus, oft schon im Rahmen des Entlassmanagements der Klinik. Wenn Du eine Prothese bekommst, sprich gern auch Dein Sanitätshaus auf das begleitende Training an. Bei Bedarf stimmen wir uns mit allen Beteiligten ab.

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