Diagnose

Ergotherapie bei elektivem Mutismus (selektiver Mutismus)

Beim elektiven Mutismus sprechen Kinder zu Hause frei und in der Kita gar nicht. Ergotherapie begleitet ohne jeden Sprechdruck.

Beim elektiven Mutismus sprechen Kinder in bestimmten Situationen zuverlässig, in anderen dagegen gar nicht, obwohl sie sprechen können. Typisch ist, dass zu Hause frei geredet wird, in Kita oder Schule aber kein Wort kommt. Das Schweigen ist keine Verweigerung, sondern Ausdruck starker Anspannung.

Der wichtigste Grundsatz lautet: kein Sprechdruck. Die Ergotherapie baut zunächst eine sichere Beziehung auf und erweitert dann behutsam die Situationen, in denen Kommunikation möglich wird.

Die Ziele werden kleinschrittig gesetzt und immer wieder angepasst. Häufig geht es um:

  • Sichere Beziehung ohne Sprecherwartung aufbauen
  • Nichtsprachliche Kommunikation nutzen und ausbauen
  • Situationen mit Sprechen schrittweise erweitern
  • Anspannung in fremden Umgebungen senken
  • Kita und Schule zu einem entlastenden Umgang beraten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Begonnen wird mit gemeinsamem Tun, bei dem Sprechen ausdrücklich nicht nötig ist. Über Spiel, Gesten, Bilder und später Flüstern oder Aufnahmen erweitert sich der Kommunikationsraum in dem Tempo, das das Kind vorgibt. Parallel wird mit Kita oder Schule besprochen, wie Fragen gestellt werden können, ohne das Kind bloßzustellen.

Die Termine liegen bei ein bis zwei pro Woche über jeweils rund 45–60 Minuten. Einzeln in gleichbleibendem Rahmen, später ggf. ergänzt durch Termine in Kita oder Schule.

Für Dein Kind ist eine ärztliche Heilmittelverordnung von Kinderärzt:innen oder Kinder- und Jugendpsychiater:innen nötig. Häufig läuft parallel eine logopädische Behandlung, mit der wir uns gern abstimmen. Beim ersten Termin erwartet niemand, dass Dein Kind spricht.

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