Diagnose

Ergotherapie bei Störungen sozialer Funktionen mit Beginn in der Kindheit

Bei Störungen sozialer Funktionen fällt Kindern das Miteinander besonders schwer. Ergotherapie stärkt Kontaktfähigkeit und Sicherheit im Alltag.

Diese Gruppe umfasst Beeinträchtigungen des sozialen Verhaltens, die in der Kindheit beginnen und sich vor allem im Kontakt zu anderen zeigen. Dazu zählen unter anderem der elektive Mutismus und Bindungsstörungen. Anders als beim Autismus liegt keine grundlegende Besonderheit der Wahrnehmungsverarbeitung zugrunde.

Die Ergotherapie bietet überschaubare Situationen, in denen Kontakt gelingen kann, ohne zu überfordern. Über gemeinsame Tätigkeiten entstehen Erfahrungen von Verlässlichkeit und Zugehörigkeit.

Die Ziele richten sich nach der konkreten Ausprägung und dem Alter des Kindes. Möglich sind:

  • Verlässliche Beziehung zu einer Bezugsperson aufbauen
  • Kontakt zu Gleichaltrigen anbahnen
  • Kommunikation im gewohnten und im fremden Umfeld stärken
  • Sicherheit in Kita und Schule erhöhen
  • Eltern und Betreuungspersonen einbeziehen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Am Anfang steht eine verlässliche, gleichbleibende Beziehung zur Therapeutin oder zum Therapeuten. Über gemeinsames Spiel und Aufgaben mit klarer Rollenverteilung entsteht Kontakt, ohne dass Sprechen oder Nähe erzwungen werden. Später kommen Termine im gewohnten Umfeld hinzu, auch eine Kleingruppe wäre dann denkbar.

Gearbeitet wird ein- bis zweimal pro Woche über jeweils rund 45–60 Minuten. Nach einer Einzelphase kommen Termine in Kita oder Schule dazu; eine Kleingruppe könnte das später ergänzen.

Die ärztliche Heilmittelverordnung kommt von Kinderärzt:innen oder Kinder- und Jugendpsychiater:innen. Berichte aus Kita oder Schule helfen uns einzuschätzen, in welchen Umgebungen der Kontakt gelingt. Den Einstieg planen wir bewusst behutsam.

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