Diagnose

Ergotherapie bei Folgen eines Schlaganfalls

Manche Folgen eines Schlaganfalls begleiten Menschen über Jahre. Ergotherapie unterstützt dabei, mit ihnen einen guten Alltag zu gestalten.

Auch nach abgeschlossener Rehabilitation bleiben bei vielen Menschen Einschränkungen bestehen, etwa eine schwächere Hand, schnellere Erschöpfung oder Schwierigkeiten beim Planen. Solche Langzeitfolgen sind keine Frage des Willens, sondern Ausdruck der veränderten Hirnfunktion. Mit gezielter Übung und guter Anpassung lassen sie sich häufig weiter beeinflussen.

Die Ergotherapie prüft in Ruhe, welche Einschränkung welche Tätigkeit behindert, und arbeitet an beidem: an der Funktion und an der Anpassung. So bleibt der Alltag machbar, auch wenn nicht alles wie früher wird.

In der chronischen Phase zählen vor allem Selbstständigkeit und Teilhabe. Typische Ziele sind:

  • Erreichte Fähigkeiten erhalten und weiter ausbauen
  • Alltagsaufgaben mit weniger Kraftaufwand organisieren
  • Hilfsmittel prüfen, anpassen und sicher nutzen
  • Soziale Kontakte und Hobbys wieder aufnehmen
  • Angehörige langfristig entlasten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Wiederkehrende Aufgaben wie Einkaufen oder Gartenarbeit werden in Teilschritte zerlegt und neu organisiert. Funktionsübungen für Arm und Hand bleiben Teil jeder Einheit, damit Erreichtes nicht verloren geht. Über die Umfeldberatung werden Wohnung, Routinen und Zuständigkeiten in der Familie angepasst.

Verordnet wird weiterhin motorisch-funktionell oder sensomotorisch-perzeptiv, ein- bis zweimal wöchentlich über rund 30–45 Minuten.

Auch Jahre nach dem Ereignis können Hausärzt:innen oder Neurolog:innen Ergotherapie verordnen, wenn Alltagsziele bestehen. Sprich das Thema beim nächsten Termin ruhig aktiv an. Mit der Verordnung vereinbaren wir zeitnah einen Start.

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