Diagnose

Ergotherapie bei einer hypochondrischen Störung (Krankheitsangststörung)

Menschen mit einer hypochondrischen Störung fürchten anhaltend eine ernste Erkrankung. Ergotherapie stärkt den Umgang damit im Alltag.

Bei einer hypochondrischen Störung besteht die anhaltende Sorge, ernsthaft krank zu sein, obwohl ärztliche Befunde das nicht bestätigen. Körperliche Empfindungen werden als Krankheitszeichen gedeutet, häufig folgen wiederholte Untersuchungen oder ausgiebige Selbstbeobachtung. Auch beruhigende Ergebnisse entlasten meist nur kurz.

Die Ergotherapie setzt dort an, wo die Krankheitsangst den Alltag verengt: bei gemiedenen Aktivitäten, ständigem Kontrollieren und dem wenigen Raum, der für anderes bleibt. Klient:innen erproben, wie sich die Aufmerksamkeit lenken und die Handlungsfähigkeit trotz bestehender Sorgen erweitern lässt.

Was im Vordergrund steht, hängt davon ab, wie stark die Krankheitsangst den Tag strukturiert und welche Bereiche bereits vermieden werden. Häufige Schwerpunkte:

  • Aufmerksamkeit weg von der ständigen Körperbeobachtung lenken
  • Gemiedene Alltagsaktivitäten schrittweise wieder aufnehmen
  • Umgang mit Anspannung und Rückversicherungsdrang entwickeln
  • Tragfähigen Tagesrhythmus jenseits von Arztterminen aufbauen
  • Arbeitsfähigkeit und soziale Kontakte erhalten
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Gearbeitet wird an konkreten Situationen, in denen die Krankheitsangst besonders präsent ist. Achtsamkeitsübungen dienen dazu, Körperempfindungen wahrzunehmen, ohne sie sofort zu bewerten, während Entspannungstechniken das allgemeine Anspannungsniveau senken. Handlungsorientiertes Training verlagert die Aufmerksamkeit auf Tätigkeiten, die persönliche Bedeutung haben.

Die Behandlung läuft im psychisch-funktionellen Bereich mit ein bis zwei Terminen pro Woche von jeweils rund 60 Minuten. Meist wird einzeln gearbeitet, damit die persönlichen Angstauslöser ausreichend Raum bekommen.

Für die Ergotherapie bei einer hypochondrischen Störung benötigst Du eine ärztliche Heilmittelverordnung. Im psychisch-funktionellen Bereich stellen sie Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologische Psychotherapeut:innen aus. Mit der Verordnung genügt eine kurze Terminanfrage.

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