Diagnose

Ergotherapie bei Tetraparese und Tetraplegie

Sind bei einer Tetraparese alle Gliedmaßen betroffen, zählt jeder gewonnene Handgriff. Ergotherapie arbeitet an Ansteuerung, Hilfsmitteln und Teilhabe.

Bei einer Tetraparese sind alle vier Gliedmaßen geschwächt, bei einer Tetraplegie vollständig gelähmt. Zugrunde liegt meist eine Schädigung des Rückenmarks im Halsbereich oder des Gehirns. Wie viel Arm- und Handfunktion erhalten bleibt, entscheidet stark darüber, welche Alltagslösungen in Frage kommen.

Die Ergotherapie nutzt jede vorhandene Restfunktion und richtet Greif-, Steuerungs- und Kommunikationslösungen daran aus. Gleichzeitig werden Angehörige und Assistenzkräfte in unterstützende Abläufe eingearbeitet.

Was Vorrang hat, wird gemeinsam mit Patient:innen und Umfeld festgelegt. Denkbar sind:

  • Vorhandene Arm- und Handfunktionen gezielt einsetzen
  • Essen, Bedienung von Geräten und Umblättern ermöglichen
  • Ansteuerung von Rollstuhl und Kommunikationshilfen üben
  • Gelenke durch Lagerung und Schienen beweglich erhalten
  • Assistenz und Pflegehandgriffe gut aufeinander abstimmen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Gearbeitet wird oft mit adaptierten Gegenständen: verdickte Griffe, Halterungen, Umfeldsteuerung per Taste oder Sprache. Bewegungsanbahnung nach PNF oder Bobath erhält und erweitert die aktive Ansteuerung. Die Orthesenversorgung schützt Handgelenke und unterstützt funktionelle Stellungen.

Ein- bis zweimal pro Woche stehen rund 30–45 Minuten motorisch-funktionelle Behandlung an. Hausbesuche überwiegen, weil Hilfsmittel und Abläufe in der eigenen Umgebung erprobt werden müssen.

Die Heilmittelverordnung kommt von Neurolog:innen oder Hausärzt:innen, in der Regel im Anschluss an die Rehabilitation. Anfragen dürfen selbstverständlich auch Angehörige oder Assistenzdienste stellen. Wir planen den Einstieg dann gemeinsam.

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