Diagnose

Ergotherapie bei Multipler Sklerose

Eine Multiple Sklerose bringt wechselnde Symptome von Fatigue bis Feinmotorik mit. Ergotherapie unterstützt beim Anpassen von Alltag und Beruf.

Multiple Sklerose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der Nervenhüllen angegriffen werden. Sie verläuft oft in Schüben und kann Sehen, Kraft, Feinmotorik, Gleichgewicht und Belastbarkeit ganz unterschiedlich betreffen. Besonders belastend ist für viele die Fatigue, eine tiefe Erschöpfbarkeit.

Weil sich die Symptome verändern können, arbeitet die Ergotherapie mit einem beweglichen Plan: trainieren, was trainierbar ist, und anpassen, was Kraft spart. Beides zusammen erhält Selbstständigkeit über die Schübe hinweg.

Die Ziele werden regelmäßig mit dem aktuellen Befund abgeglichen. Im Vordergrund stehen häufig:

  • Feinmotorik für Schreiben, Tippen und Knöpfe erhalten
  • Mit der Fatigue haushalten und Pausen fest einplanen
  • Gleichgewicht und sichere Bewegungsabläufe fördern
  • Berufliche Aufgaben an die Belastbarkeit anpassen
  • Hilfsmittel rechtzeitig und ohne Scheu einführen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Feinmotorik wird an realen Aufgaben trainiert, vom Münzen greifen bis zur Tastatur. Für die Fatigue entsteht ein persönliches Energiemanagement mit Prioritäten, Pausen und vereinfachten Abläufen. Bei Sensibilitäts- oder Gleichgewichtsproblemen kommen gezielte Wahrnehmungsübungen dazu.

Behandelt wird ein- bis zweimal pro Woche über rund 30–45 Minuten, motorisch-funktionell oder sensomotorisch-perzeptiv verordnet. In schubfreien Phasen liegt der Fokus auf Aufbau, in belasteten Phasen auf Entlastung.

Für die Heilmittelverordnung sind Neurolog:innen oder Hausärzt:innen zuständig; bei MS ist wegen des Dauerbedarfs oft eine längerfristige Verordnung möglich. Sprich das Thema in der MS-Sprechstunde ruhig direkt an. Danach reicht eine kurze Nachricht an die Praxis.

Therapieplatz anfragen