Diagnose

Ergotherapie bei affektiven Störungen

Bei affektiven Störungen schwankt die Stimmung stark. Ergotherapie unterstützt mit einem stabilen Alltag.

Affektive Störungen sind eine Gruppe psychischer Erkrankungen, bei denen Stimmung und Antrieb über längere Zeit deutlich verändert sind – gedrückt, gehoben oder im Wechsel. Dazu zählen unter anderem die depressive Episode, die rezidivierende depressive Störung sowie die bipolare Störung mit ihren depressiven und manischen Phasen. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen Affekt- oder Stimmungsstörungen.

Weil affektive Störungen sehr unterschiedlich verlaufen, richtet sich die Ergotherapie flexibel nach dem jeweiligen Krankheitsbild und der aktuellen Phase. Übergreifend geht es darum, den Alltag trotz veränderter Stimmung und Antrieb zu strukturieren und die eigene Handlungsfähigkeit zu erhalten.

Die konkreten Ziele hängen von der jeweiligen Erkrankung und Phase ab; einige Schwerpunkte gelten jedoch für das gesamte Spektrum. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Aufbau und Stabilisierung einer verlässlichen Tagesstruktur
  • Erhalt von Aktivität, Selbstwirksamkeit und sozialer Teilhabe
  • Früherkennung von Warnsignalen und Umgang mit Belastungen
  • Entwicklung individueller Strategien zur Emotions- und Selbstregulation
  • Stärkung des eigenständigen Umgangs mit der Erkrankung
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Da unter dem Begriff verschiedene Erkrankungen zusammengefasst sind, wird die Therapie individuell auf die jeweilige Diagnose zugeschnitten. Gemeinsam ist den meisten Vorgehensweisen der Aufbau von Tagesstruktur und Aktivität sowie ein bewussterer Umgang mit der eigenen Stimmung. Zum Einsatz kommen unter anderem handlungsorientiertes Training, Stressmanagement, Achtsamkeit und Entspannungsverfahren.

Affektive Störungen werden dem psychisch-funktionellen Bereich zugeordnet, mit meist einstündigen Terminen ein- bis zweimal pro Woche. Gearbeitet wird einzeln; die Schwerpunkte richten sich nach der jeweiligen Erkrankung und den persönlichen Zielen.

Der Zugang zur Ergotherapie führt bei affektiven Störungen über eine ärztliche Heilmittelverordnung. Je nach Erkrankung verordnen sie Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologische Psychotherapeut:innen, wahlweise auch als Blankoverordnung. Mit der Verordnung vereinbarst Du direkt einen Termin in einer der Praxen.

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