Diagnose

Ergotherapie bei Schizophrenie

Wahrnehmung und Denken verändern sich bei einer Schizophrenie, der Alltag wird unübersichtlich. Ergotherapie stärkt Struktur und Orientierung.

Bei einer Schizophrenie verändern sich Wahrnehmung, Denken und Erleben, häufig begleitet von Halluzinationen, Wahnvorstellungen oder Denkstörungen. Daneben können Antriebsmangel, Rückzug und eine verminderte Ausdrucksfähigkeit auftreten, die den Alltag über die akute Phase hinaus prägen. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich und reicht von einzelnen Episoden bis zu andauernden Beeinträchtigungen.

Die Ergotherapie richtet sich auf das, was im Alltag wieder gelingen soll: Tagesstruktur, Selbstversorgung, Kontakte und Beschäftigung. Klient:innen erproben in überschaubaren Schritten, welche Anforderungen realistisch sind und wie sich Belastung dosieren lässt.

Die Schwerpunkte hängen von der Krankheitsphase, den kognitiven Ressourcen und der Wohnsituation ab. Häufig geht es um:

  • Verlässliche Tagesstruktur und Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Selbstversorgung und Haushaltsführung stärken
  • Konzentration, Merkfähigkeit und Handlungsplanung üben
  • Soziale Kontakte und Gruppenfähigkeit fördern
  • Rückkehr in Ausbildung, Arbeit oder Tagesstruktur vorbereiten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Gearbeitet wird an konkreten Vorhaben, etwa einer Mahlzeit, einem Behördengang oder einem festen Wochenplan. Kognitives Training setzt bei Aufmerksamkeit und Gedächtnis an, weil diese Bereiche den Alltag oft stärker begrenzen als die auffälligen Symptome. Handlungsorientiertes Training und handwerkliche Projekte geben dazu Rückmeldung über Ausdauer und Belastbarkeit.

Behandelt wird psychisch-funktionell mit ein bis zwei Terminen pro Woche von jeweils rund 60 Minuten. Neben der Einzelbehandlung sind Hausbesuche verbreitet, weil viele Ziele direkt in der Wohnung anfallen.

Grundlage ist eine ärztliche Heilmittelverordnung über eine psychisch-funktionelle Behandlung, ausgestellt von Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen. Bei dieser Diagnosegruppe ist auch eine Blankoverordnung möglich: Die Ärztin oder der Arzt gibt nur die Diagnosegruppe an, Auswahl und Frequenz der Behandlung legen wir gemeinsam fest. Melde Dich damit gern für einen Termin.

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