Diagnose

Ergotherapie bei einer Somatisierungsstörung

Eine Somatisierungsstörung zeigt sich in wechselnden Beschwerden ohne klaren Befund. Ergotherapie begleitet zurück in einen machbaren Alltag.

Eine Somatisierungsstörung zeigt sich in vielfältigen, immer wieder wechselnden körperlichen Beschwerden, für die sich keine ausreichende organische Ursache finden lässt. Betroffen sind häufig Magen und Darm, Herz und Kreislauf, Haut oder das Schmerzempfinden. Die Beschwerden bestehen über Jahre und führen oft zu einer langen Untersuchungsgeschichte.

Statt die Beschwerden zu erklären, richtet die Ergotherapie den Blick darauf, wie sich der Alltag trotz ihnen gestalten lässt. Klient:innen erarbeiten, welches Maß an Aktivität ihnen bekommt und wie sich Belastung und Erholung verlässlicher austarieren lassen.

Die Schwerpunkte ergeben sich aus dem Beschwerdebild, dem bisherigen Aktivitätsniveau und dem, was im Alltag wieder gelingen soll. Denkbar sind:

  • Belastung und Erholung im Tagesverlauf ausbalancieren
  • Körpersignale differenzierter wahrnehmen und einordnen
  • Aktivitäten trotz wechselnder Beschwerden verlässlich planen
  • Handlungsspielräume in Haushalt, Beruf und Freizeit erweitern
  • Angehörige in den Umgang mit den Beschwerden einbeziehen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Den Einstieg bildet meist eine genaue Betrachtung des Tagesablaufs: Wann treten Beschwerden auf, was geht ihnen voraus, was folgt. Über Körperwahrnehmung und Entspannungstechniken entsteht ein feineres Gespür für Anspannung und Belastungsgrenzen. Handlungsorientiertes Training und ADL-Training übersetzen das anschließend in eine verlässliche Alltagsgestaltung.

Behandelt wird psychisch-funktionell, in der Regel ein- bis zweimal wöchentlich über etwa 60 Minuten. Der Einzelrahmen überwiegt, ein Austausch mit ähnlich Betroffenen in einer Gruppe wäre denkbar.

Voraussetzung ist eine ärztliche Heilmittelverordnung über eine psychisch-funktionelle Behandlung. Ausstellen können sie Deine Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologische Psychotherapeut:innen. Danach reicht eine formlose Anfrage für einen Termin.

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