Diagnose

Ergotherapie bei einer anhaltenden somatoformen Schmerzstörung

Eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung verändert mit dauerhaften Schmerzen das Leben. Ergotherapie begleitet bei der Gestaltung des Alltags.

Kennzeichnend ist ein andauernder, quälender Schmerz, der sich durch körperliche Befunde nicht hinreichend erklären lässt. Der Schmerz tritt meist in Verbindung mit emotionalen Konflikten oder psychosozialen Belastungen auf und bestimmt über Monate das Erleben. Häufig gehen Rückzug, Schonhaltung und ein Verlust an Aktivität damit einher.

Die Ergotherapie zielt nicht auf Schmerzfreiheit, sondern auf ein Leben, das trotz Schmerz wieder mehr enthält. Dafür wird erarbeitet, wie Aktivitäten dosiert, Pausen gesetzt und schrittweise Belastungen aufgebaut werden können.

Die Zielsetzung orientiert sich am Schmerzverlauf, am Ausmaß des Rückzugs und an den Tätigkeiten, die wieder Bedeutung gewinnen sollen. Möglich sind unter anderem:

  • Aktivitäten dosieren statt zwischen Überlastung und Schonung zu pendeln
  • Schmerzverstärkende Haltungen und Bewegungsmuster verändern
  • Aufmerksamkeit auf bedeutungsvolle Tätigkeiten richten
  • Rückkehr in Beruf, Haushalt und soziales Leben vorbereiten
  • Angehörige für einen entlastenden Umgang gewinnen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Ein zentrales Element ist das schrittweise Steigern von Aktivität nach Plan statt nach Tagesform. Über Schmerztherapie und Körperwahrnehmung wird geübt, Anspannung und Schonhaltungen frühzeitig zu bemerken; Entspannungstechniken unterstützen die Regulation. Im handlungsorientierten Training entstehen dazu passende Abläufe für Haushalt und Beruf.

Gearbeitet wird psychisch-funktionell mit ein bis zwei Einheiten pro Woche à rund 60 Minuten. Überwiegend im Einzelkontakt, bei Bedarf ergänzt durch Hausbesuche, wenn es um konkrete Abläufe in der eigenen Wohnung geht.

Damit die Behandlung beginnen kann, brauchst Du eine ärztliche Heilmittelverordnung im psychisch-funktionellen Bereich. Sie kommt von Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen. Anschließend vereinbaren wir gemeinsam einen passenden Termin.

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