Diagnose

Ergotherapie nach einer Sprunggelenksfraktur

Eine Sprunggelenksfraktur bedeutet oft wochenlang Gehstützen und Teilbelastung. Ergotherapie fördert daher Selbstständigkeit und Sicherheit im Alltag.

Eine Sprunggelenksfraktur, umgangssprachlich Knöchelbruch, betrifft den Außen- oder Innenknöchel am oberen Sprunggelenk, manchmal auch beide. Sie entsteht meist durch Umknicken, einen Sturz oder beim Sport und wird je nach Bruchform mit Gips, Orthese oder einer Operation versorgt. Anschließend darf der Fuß häufig rund sechs Wochen nur teilweise belastet werden.

Die Ergotherapie begleitet die Zeit der Teilbelastung, in der viele Alltagshandlungen auf einem Bein und mit Gehstützen stattfinden. Nach der Freigabe zur Belastung fördert sie unterstützend zur Physiotherapie die Beweglichkeit des Sprunggelenks, Kraft und Gleichgewicht.

Die Ziele werden je nach Lebenssituation individuell gewichtet. Häufige Schwerpunkte sind:

  • Körperpflege mit Gips oder Orthese sicher organisieren
  • Mahlzeiten zubereiten und Dinge in der Wohnung befördern
  • Beweglichkeit des Sprunggelenks im Alltag erweitern
  • Stand- und Gangsicherheit festigen
  • Die Rückkehr an den Arbeitsplatz schrittweise planen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Im ADL-Training stehen etwa das Umsetzen auf einen Duschhocker oder das Arbeiten in der Küche im Sitzen auf dem Plan. Nach Abnahme von Gips oder Orthese kommen die Narbenbehandlung und Übungen für Beweglichkeit und Gleichgewicht hinzu, zum Beispiel das Abrollen des Fußes oder sicheres Stehen auf unebenem Untergrund. Bei älteren Patient:innen gewinnt zudem die Sturzprophylaxe an Bedeutung.

Solange der Fuß nur teilbelastet werden darf, findet die Behandlung oft im häuslichen Umfeld statt, später in der Praxis. Je Einheit sind in der Regel 30–45 Minuten vorgesehen, verordnet als motorisch-funktionelle Behandlung ein- bis zweimal pro Woche.

Unfallchirurg:innen, Orthopäd:innen oder Hausärzt:innen können Dir eine Heilmittelverordnung ausstellen, wegen der blankofähigen Diagnosegruppe auch als Blankoverordnung. Ergotherapie und Physiotherapie können parallel laufen. Ist noch kein Physiotherapie-Platz frei, sprich am besten direkt bei der Verordnung an, ob die Ergotherapie die Übungsbehandlung mit übernehmen kann.

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