Diagnose

Ergotherapie bei Fußfehlstellungen

Hallux valgus, Plattfuß und andere Fußfehlstellungen können das Gehen erschweren. Ergotherapie stärkt daher Fußfunktion und Gangsicherheit im Alltag.

Fußfehlstellungen sind Abweichungen von der typischen Form des Fußes, die angeboren sein oder im Lauf des Lebens entstehen können. Häufig sind der Hallux valgus oder Ballenzeh, bei dem die Großzehe zur Seite abweicht, der Hallux rigidus als Arthrose im Großzehengrundgelenk und der Plattfuß mit abgeflachtem Längsgewölbe. Sie können Schmerzen beim Stehen und Gehen verursachen, die Schuhwahl einschränken und das Gleichgewicht beeinflussen.

Die Ergotherapie unterstützt vor allem dann, wenn Schmerzen, eine Fußoperation oder ein unsicherer Stand den Alltag verändern, etwa mit Hilfsmitteln, Sturzprophylaxe und fußschonenden Abläufen. Begleitend zur Physiotherapie kann sie außerdem die Beweglichkeit, die Kraft der Fußmuskulatur und das Gleichgewicht fördern.

Ergotherapeutische Ziele orientieren sich individuell an den Situationen, in denen die Füße im Alltag besonders gefordert sind:

  • Sicheres Stehen und Gehen im Wohnumfeld stärken
  • Beweglichkeit und Kraft der Füße für den Alltag fördern
  • Nach einer Vorfußoperation mit Entlastungsschuh selbstständig bleiben
  • Längeres Stehen bei Hausarbeit und Beruf mit Sitzpausen gestalten
  • Füße bei der Körperpflege gut erreichen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Nach einer Hallux-valgus-Operation wird etwa geübt, Wege in der Wohnung und kleine Einkäufe mit Vorfußentlastungsschuh und Gehstützen zu bewältigen. Übungen wie das Greifen kleiner Gegenstände mit den Zehen, das bewusste Abrollen des Fußes oder Gleichgewichtsübungen im Stand fördern Beweglichkeit, Kraft und Körperwahrnehmung. Läuft parallel eine Physiotherapie, werden diese Übungen mit ihr abgestimmt. Bei unsicherem Stand kommen eine gemeinsame Prüfung der Wohnung auf Stolperstellen und die Beratung zu Haltegriffen oder einem Duschhocker hinzu.

Die Behandlung umfasst in der Regel eine überschaubare Zahl motorisch-funktioneller Termine zu rund 30–45 Minuten, ein- bis zweimal pro Woche. Ist die Mobilität nach einer Operation eingeschränkt, kann die Ergotherapie auch zu Hause stattfinden.

Ansprechpersonen für eine Verordnung sind Orthopäd:innen, Fußchirurg:innen oder Deine Hausarztpraxis. Frag dort gezielt nach, ob Ergotherapie in Deiner Situation infrage kommt, zum Beispiel nach einer Fußoperation oder bei unsicherem Gang. Mit der Verordnung kannst Du einen Termin bei uns vereinbaren.

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