Diagnose

Ergotherapie beim Asperger-Syndrom

Beim Asperger-Syndrom fordern Reize, Veränderungen und soziale Situationen viel ab. Ergotherapie unterstützt dabei, den Alltag passend zu gestalten.

Das Asperger-Syndrom gehört zum Autismus-Spektrum und geht ohne Sprachentwicklungsverzögerung und ohne Intelligenzminderung einher. Auffällig sind Schwierigkeiten im sozialen Miteinander, im Erfassen ungeschriebener Regeln sowie ausgeprägte Spezialinteressen. Häufig kommen motorische Ungeschicklichkeit und eine hohe Empfindlichkeit gegenüber Reizen hinzu.

Die Ergotherapie setzt dort an, wo individuelle Unterstützung benötigt wird: zum Beispiel bei der Regulation von Reizen oder beim Entwickeln von Routinen im Alltag. Kinder üben konkrete soziale Situationen und lernen, ihre Belastungsgrenzen rechtzeitig zu erkennen.

Der Zuschnitt ergibt sich aus dem Alter und der Belastung in Schule und Familie. Häufig geht es um:

  • Soziale Situationen in der Schule vorbereiten und üben
  • Reizbelastung im Klassenraum verringern
  • Handschrift und motorische Aufgaben erleichtern
  • Übergänge und unerwartete Änderungen bewältigen
  • Eigene Grenzen erkennen und mitteilen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Typische Schulsituationen werden konkret durchgespielt, etwa Gruppenarbeit, Pausenhof oder Rückmeldung durch Lehrkräfte. Im Sozialkompetenztraining werden ungeschriebene Regeln ausdrücklich benannt statt vorausgesetzt. Ergänzend wird an Handschrift und Sitzposition gearbeitet, weil motorische Anstrengung zusätzlich Kraft kostet.

Die Termine liegen bei ein bis zwei pro Woche über jeweils rund 60 Minuten. Einzeln wird vorbereitet – das Miteinander ließe sich in einer kleinen Gruppe zusätzlich erproben.

Nötig ist eine ärztliche Heilmittelverordnung von Kinderärzt:innen oder Kinder- und Jugendpsychiater:innen. Hilfreich sind Rückmeldungen aus der Schule, weil dort die meisten Anforderungen entstehen. Danach genügt eine kurze Terminanfrage.

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