Diagnose

Ergotherapie bei einer Autismus-Spektrum-Störung im Kindesalter

Kinder mit einer Autismus-Spektrum-Störung erleben Reize, Wechsel und Kontakt oft als fordernd. In der Ergotherapie zählt ihr eigener Rhythmus.

Die Autismus-Spektrum-Störung ist eine angeborene Besonderheit der Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitung mit sehr unterschiedlicher Ausprägung. Kinder zeigen Besonderheiten in Kommunikation und sozialem Miteinander, ein starkes Bedürfnis nach Gleichförmigkeit und oft intensive Spezialinteressen. Reize wie Geräusche, Licht oder Berührung werden häufig deutlich intensiver erlebt.

Die Ergotherapie setzt beim Wahrnehmungsprofil des Kindes an und passt Anforderungen daran an. Ziel ist es, den Alltag so zu gestalten, dass das Kind darin zurechtkommt.

Die Ziele richten sich nach Alter, Sprachentwicklung und Reizempfindlichkeit. Häufige Schwerpunkte:

  • Umgang mit Reizüberflutung entwickeln
  • Übergänge und Veränderungen vorhersehbar machen
  • Selbstständigkeit im Alltag Schritt für Schritt aufbauen
  • Spiel- und Kontaktmöglichkeiten erweitern
  • Kita, Schule und Familie beraten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Zuerst wird das Reizprofil erhoben: Was beruhigt das Kind, was überfordert es, was braucht es zur Regulation. Über sensorische Integration entstehen daraus Angebote, die gezielt beruhigen oder aktivieren. Visuelle Pläne und immer gleiche Abläufe machen Übergänge planbar, ein Elterngespräch überträgt das in den Familienalltag.

Üblich sind ein bis zwei Termine pro Woche über jeweils rund 45–60 Minuten. Der Einzelrahmen mit gleichbleibendem Ablauf steht im Vordergrund, kleine Gruppen für Kontaktübungen wären später denkbar.

Es wird eine ärztliche Heilmittelverordnung benötigt, ausgestellt von Kinderärzt:innen oder Kinder- und Jugendpsychiater:innen. Bring gern mit, was zur Diagnostik bereits vorliegt. Wenn Dein Kind Neues schwer aushält, planen wir den Ersttermin entsprechend behutsam.

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