Diagnose

Ergotherapie bei dissoziativen Störungen

Wahrnehmung oder Erinnerung können bei dissoziativen Störungen aussetzen. Ergotherapie stärkt Orientierung und sicheres Handeln im Alltag.

Bei dissoziativen Störungen ist das Zusammenspiel von Erinnerung, Identitätserleben, Wahrnehmung und Körperkontrolle vorübergehend unterbrochen. Das kann sich als Gedächtnislücke, als Bewegungs- oder Empfindungsstörung ohne organische Ursache oder als Gefühl der Entfremdung zeigen. Häufig treten die Beschwerden in engem zeitlichem Zusammenhang mit Belastungen oder Konflikten auf.

Die Ergotherapie stärkt die Verbindung zum eigenen Körper und zur unmittelbaren Umgebung, damit dissoziative Zustände früher bemerkt werden. Darauf aufbauend werden Strategien erarbeitet, die im Alltag Sicherheit geben und Handlungsabbrüche verringern.

Die Ziele richten sich nach der Form der Dissoziation, ihrer Häufigkeit und den Situationen, in denen sie auftritt. Bewährt haben sich:

  • Frühwarnzeichen für dissoziative Zustände erkennen
  • Techniken zur Verankerung im Hier und Jetzt einüben
  • Sicherheit bei alltäglichen Verrichtungen erhöhen
  • Handlungsabläufe trotz Unterbrechungen zu Ende führen
  • Umfeld über den Umgang mit den Zuständen informieren
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Ein Schwerpunkt liegt auf Übungen, die über Sinneseindrücke den Kontakt zur Gegenwart herstellen, etwa über Temperatur, Druck oder Materialkontakt. Körperwahrnehmung und Achtsamkeit werden dabei so eingeübt, dass sie auch außerhalb der Praxis abrufbar sind. Handwerkliche Tätigkeiten mit klarer Abfolge fördern zusätzlich, Handlungen bewusst zu beginnen und abzuschließen.

Die Behandlung findet psychisch-funktionell statt, meist ein- bis zweimal pro Woche für etwa 60 Minuten. Gearbeitet wird überwiegend einzeln, weil Auslöser und hilfreiche Strategien sehr persönlich sind.

Grundlage ist eine ärztliche Heilmittelverordnung über eine psychisch-funktionelle Behandlung. Sie stammt von Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen. Mit der Verordnung in der Hand genügt eine kurze Nachricht für den ersten Termin.

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