Diagnose

Ergotherapie bei einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS)

Bei einer posttraumatischen Belastungsstörung drängen sich Erinnerungen auf und engen den Alltag ein. Ergotherapie stärkt Sicherheit und Struktur.

Eine posttraumatische Belastungsstörung kann nach einem oder mehreren Ereignissen entstehen, die als lebensbedrohlich oder zutiefst erschütternd erlebt wurden. Kennzeichnend sind sich aufdrängende Erinnerungen, Albträume, das Vermeiden von Auslösern sowie eine anhaltende innere Alarmbereitschaft. Die Beschwerden setzen oft mit zeitlichem Abstand ein und halten über Monate an.

Ergänzend zur Psychotherapie kümmert sich die Ergotherapie um die Alltagsseite: um Struktur, Orientierung und verlässliche Aktivitäten. Sie begleitet dabei, die eigene Erregung besser einzuordnen und Handlungsräume behutsam auszuweiten.

Was ansteht, ergibt sich aus dem Ausmaß der Übererregung, dem Vermeidungsverhalten und der aktuellen Belastbarkeit. Denkbare Schwerpunkte:

  • Innere Alarmbereitschaft wahrnehmen und regulieren lernen
  • Sicheren, vorhersehbaren Tagesablauf etablieren
  • Schlaf und Erholungsphasen stabilisieren
  • Vermiedene Orte und Tätigkeiten schrittweise erschließen
  • Berufliche und soziale Teilhabe wieder anbahnen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Gearbeitet wird in kleinen, gut kontrollierbaren Schritten und immer im Tempo der Klient:innen. Übungen zur Körperwahrnehmung und Achtsamkeit helfen, bei aufkommender Anspannung im Hier und Jetzt zu bleiben. Kunsttherapeutische und handwerkliche Angebote eröffnen einen Ausdrucksweg dort, wo Worte schwerfallen.

Der Rahmen ist psychisch-funktionell, üblich sind ein bis zwei Termine wöchentlich mit rund 60 Minuten. Die Einzelbehandlung steht im Vordergrund, da Tempo und Grenzen individuell sehr unterschiedlich sind.

Notwendig ist eine ärztliche Heilmittelverordnung für den psychisch-funktionellen Bereich. Ausgestellt wird sie durch Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologische Psychotherapeut:innen, häufig begleitend zu einer laufenden Psychotherapie. Dann kannst Du Dich direkt bei uns melden.

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