Diagnose

Ergotherapie bei hyperkinetischen Störungen

Hyperkinetische Störungen fordern mit Unruhe und Ablenkbarkeit Schule und Zuhause. Ergotherapie stärkt Struktur und Aufmerksamkeit im Kinderalltag.

Hyperkinetische Störungen beginnen in der frühen Kindheit und zeigen sich in drei Bereichen: Unaufmerksamkeit, Überaktivität und Impulsivität. Die Auffälligkeiten treten in mehreren Lebensbereichen auf, also nicht nur in der Schule oder nur zu Hause. Ohne Unterstützungsangebote können sich wiederholte Misserfolge und negative Rückmeldungen auf das Selbstvertrauen von betroffenen Kindern auswirken.

Die Ergotherapie unterstützt beim Aufbau äußerer Strukturen, die dem Kind das Steuern erleichtern, solange es das selbst noch nicht leisten kann. Über abgestufte Aufgaben werden Aufmerksamkeit und Impulskontrolle systematisch aufgebaut.

Die Ziele richten sich nach dem Alter und danach, wo die größten Reibungen entstehen. Häufige Schwerpunkte:

  • Aufmerksamkeitsspanne schrittweise verlängern
  • Handlungen planen und zu Ende führen
  • Impulse bremsen und Wartenkönnen üben
  • Arbeitsplatz und Tagesablauf reizarm gestalten
  • Eltern, Kita und Schule einbeziehen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Aufgaben beginnen kurz und werden in der Dauer langsam gesteigert, immer mit klarem Anfang und Ende. Das Marburger Konzentrationstraining bietet dafür einen erprobten Rahmen mit festen Regeln und Selbstinstruktion. Bewegungsangebote werden bewusst eingebaut, weil sie die Konzentrationsfähigkeit unterstützen, statt ihr zu schaden.

Behandelt wird ein- bis zweimal wöchentlich über jeweils rund 60 Minuten. Einzeltermine bilden die Grundlage; eine Kleingruppe wäre wertvoll, weil dort Warten und Abwechseln real geübt werden.

Die ärztliche Heilmittelverordnung stellen Kinderärzt:innen oder Kinder- und Jugendpsychiater:innen aus. Beobachtungen aus Kita oder Schule sind für die Zielsetzung sehr hilfreich. Danach starten wir mit einer Erstbefundung.

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