Diagnose

Ergotherapie bei einer intrazerebralen Blutung

Eine intrazerebrale Blutung kann Bewegung, Sprache und Denken verändern. In der Ergotherapie beüben Betroffene Alltagstätigkeiten Schritt für Schritt.

Eine intrazerebrale Blutung ist eine Einblutung direkt in das Hirngewebe, häufig infolge von Bluthochdruck. Je nach Ort der Blutung sind Halbseitenlähmungen, Sprachprobleme oder Veränderungen im Denken und Erleben möglich. Der Weg zurück verläuft in Etappen und braucht Zeit.

Die Ergotherapie greift die Fähigkeiten auf, die erhalten sind, und übt an konkreten Tätigkeiten das, was verloren gegangen ist. Vom Umgang mit Besteck bis zur Tastatur zählt jede Handlung, die den Tag wieder eigenständiger macht.

Was zuerst geübt wird, richtet sich nach der betroffenen Körperseite und den wichtigsten Alltagsrollen. Häufige Ziele:

  • Arm und Hand wieder gezielt in Handlungen einsetzen
  • Waschen, Anziehen und Essen sicher bewältigen
  • Aufmerksamkeit und Handlungsplanung stabilisieren
  • Kompensationsstrategien für den Haushalt entwickeln
  • Angehörige für unterstützende Handgriffe anleiten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Nach dem Bobath-Konzept wird die betroffene Seite bewusst in Handlungen einbezogen, statt sie zu schonen. Das Perfetti-Konzept trainiert über Spür- und Denkaufgaben die Verbindung zwischen Wahrnehmung und Bewegung. Ergänzend klärt die Hilfsmittelberatung, welche Alltagshelfer die Selbstständigkeit erhöhen.

Üblich ist eine motorisch-funktionelle oder sensomotorisch-perzeptive Verordnung mit ein bis zwei Terminen pro Woche zu rund 30–45 Minuten. Behandelt wird je nach Mobilität in der Praxis, zu Hause oder in der Klinik.

Verordnet wird die Ergotherapie von Neurolog:innen oder Hausärzt:innen, in der Regel nahtlos nach Klinik oder Rehabilitation. Für die Anmeldung genügt eine kurze Nachricht, auch durch Angehörige. Den Termin richten wir nach Möglichkeit an der Mobilität aus.

Therapieplatz anfragen