Diagnose

Ergotherapie bei nichtorganischer Enuresis (Einnässen)

Eine nichtorganische Enuresis kann Kinder und Familien lange begleiten. Ergotherapie unterstützt bei Wahrnehmung, Tagesstruktur und Umgang mit Scham.

Von einer nichtorganischen Enuresis wird gesprochen, wenn Kinder ab einem Alter von etwa fünf Jahren wiederholt einnässen, ohne dass eine körperliche Ursache vorliegt. Das Einnässen kann nachts, tagsüber oder in beiden Situationen auftreten. Häufig spielen Anspannung, Entwicklungstempo oder Veränderungen im Familienalltag eine Rolle.

Die Ergotherapie arbeitet an Körperwahrnehmung, Tagesrhythmus und dem Erkennen eigener Signale. Ebenso wichtig ist, dem Kind den Druck zu nehmen, weil Scham und Anspannung die Situation meist verstärken.

Die Ziele richten sich nach Alter, Häufigkeit und Begleitumständen. Denkbar sind:

  • Körpersignale früher wahrnehmen und zuordnen
  • Verlässliche Trink- und Toilettenroutinen aufbauen
  • Anspannung im Tagesverlauf verringern
  • Scham- und Vermeidungserleben abbauen
  • Eltern in einem entlastenden Umgang unterstützen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Über Körperwahrnehmungsübungen lernen Kinder, innere Signale deutlicher zu spüren und ihnen zu folgen. Gemeinsam wird ein Tagesrhythmus mit festen, unaufgeregten Toilettenzeiten aufgebaut. Entspannungsangebote und ein spielerischer Zugang sorgen dafür, dass das Thema seinen Schrecken verliert.

Behandelt wird ein- bis zweimal wöchentlich über jeweils rund 45–60 Minuten. Meist einzeln, ergänzt durch Elterngespräche und bei Bedarf Hausbesuche.

Voraussetzung ist eine ärztliche Heilmittelverordnung von Kinderärzt:innen, in der Regel nachdem körperliche Ursachen abgeklärt wurden. Das Thema ist vielen Familien unangenehm, deshalb geht der erste Kontakt gern auch schriftlich. Wir gehen damit selbstverständlich vertraulich um.

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