Diagnose

Ergotherapie bei nichtorganischer Enkopresis (Einkoten)

Eine nichtorganische Enkopresis ist für Familien oft ein sehr belastendes Thema. Ergotherapie begleitet ohne Druck und ohne Bewertung.

Bei einer nichtorganischen Enkopresis setzen Kinder ab etwa vier Jahren wiederholt Stuhl an unpassenden Stellen (z. B. Kleidung) ab, ohne dass eine körperliche Ursache dahintersteht. Oft besteht ein Zusammenspiel aus Zurückhalten, Verstopfung und dem Vermeiden der Toilette. Anspannung, Ängste oder belastende Erfahrungen können daran beteiligt sein.

Die Ergotherapie arbeitet an Körperwahrnehmung, Toilettenroutinen und emotionaler Entlastung. Weil Scham hier eine große Rolle spielt, wird bewusst ohne Bewertung und in kleinen Schritten gearbeitet.

Die Schwerpunkte ergeben sich aus Alter, Verlauf und Begleitumständen. Häufig geht es um:

  • Körpersignale wahrnehmen und zuordnen
  • Regelmäßige, entspannte Toilettenzeiten etablieren
  • Angst und Vermeidung rund um die Toilette abbauen
  • Sitzhaltung und Ablauf auf der Toilette erleichtern
  • Eltern in einem ruhigen Umgang begleiten
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Zunächst wird der Tagesablauf betrachtet, insbesondere Mahlzeiten, Bewegung und Toilettenzeiten. Über Körperwahrnehmung und Entspannung lernen Kinder, Anspannung im Bauchraum zu bemerken und loszulassen. Sitzposition, Fußstütze und ein ungestörter Rahmen werden praktisch angepasst, damit der Gang zur Toilette leichter fällt.

Die Behandlung erfolgt ein- bis zweimal wöchentlich über jeweils rund 45–60 Minuten. Einzeltermine überwiegen, Hausbesuche helfen bei der Gestaltung des Badezimmers.

Notwendig ist eine ärztliche Heilmittelverordnung von Kinderärzt:innen, üblicherweise nach Abklärung körperlicher Ursachen. Viele Familien zögern lange, das Thema anzusprechen; ein kurzer schriftlicher Kontakt reicht für den Anfang. Wir behandeln das Anliegen vertraulich und ohne Bewertung.

Therapieplatz anfragen