Diagnose

Ergotherapie bei nichtorganischen Schlafstörungen

Nichtorganische Schlafstörungen beeinflussen mit schlechtem Schlaf den ganzen Tag. Ergotherapie setzt beim Tagesablauf an und stärkt den Rhythmus.

Von einer nichtorganischen Schlafstörung wird gesprochen, wenn Ein- oder Durchschlafen über Wochen beeinträchtigt ist, ohne dass eine körperliche Ursache dahintersteht. Typisch sind langes Wachliegen, Grübeln und ein Schlaf, der nicht erholt. Die Folgen zeigen sich tagsüber als Müdigkeit, Reizbarkeit und nachlassende Konzentration.

Weil Schlaf sich nicht erzwingen lässt, setzt die Ergotherapie am Tag an: an Aktivität, Pausen und dem Übergang in den Abend. Gemeinsam wird geprüft, welche Gewohnheiten den Schlaf stützen und welche ihn eher untergraben.

Die Schwerpunkte ergeben sich aus dem Schlafmuster und der Tagesgestaltung. Denkbare Richtungen:

  • Verlässlichen Schlaf-Wach-Rhythmus etablieren
  • Aktivität und Erholung über den Tag verteilen
  • Abendliche Übergangsrituale entwickeln
  • Grübeln vor dem Einschlafen begrenzen
  • Leistungsfähigkeit trotz Müdigkeit einteilen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Zu Beginn wird der Tagesablauf genau angesehen, inklusive Koffein, Bildschirmzeit, Bewegung und Pausen. Daraus entsteht ein realistischer Rhythmus, der nach und nach eingeführt wird. Entspannungstechniken und Achtsamkeit werden gezielt für den Abend eingeübt, damit sie im Bett tatsächlich verfügbar sind.

Der Rahmen ist psychisch-funktionell mit ein bis zwei Terminen wöchentlich von etwa 60 Minuten. Meist einzeln; das Einüben von Entspannung ließe sich in einer Gruppe gut ergänzen.

Voraussetzung ist eine ärztliche Heilmittelverordnung für den psychisch-funktionellen Bereich. Ausstellen können sie Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologische Psychotherapeut:innen, meist nachdem körperliche Ursachen abgeklärt wurden. Danach genügt eine kurze Anfrage für den ersten Termin.

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