Diagnose

Ergotherapie bei Trauma- und Belastungsstörungen

Nach belastenden Erlebnissen gerät bei Trauma- und Belastungsstörungen vieles durcheinander. Mit der Ergotherapie entsteht schrittweise Halt im Alltag.

Unter Trauma- und Belastungsstörungen werden psychische Reaktionen zusammengefasst, die auf außergewöhnlich belastende Ereignisse oder anhaltende Überforderung folgen. Dazu gehören akute Belastungsreaktionen, posttraumatische Belastungsstörungen und Anpassungsstörungen. Typisch sind Übererregung, Rückzug, Schlafprobleme und das Vermeiden von allem, was an das Erlebte erinnert.

Die Ergotherapie arbeitet an der Gegenwart: an Sicherheit im Alltag, an Struktur und an dem, was wieder Halt gibt. Klient:innen erproben in einem geschützten Rahmen, wie sich Anspannung regulieren und Handlungsfähigkeit zurückgewinnen lässt.

Die Schwerpunkte hängen davon ab, wie lange die Belastung zurückliegt, wie stark die Übererregung ist und welche Bereiche gemieden werden. Häufig geht es um:

  • Regulation von Übererregung, Anspannung und Schreckhaftigkeit
  • Verlässliche Tages- und Schlafstruktur aufbauen
  • Gemiedene Situationen behutsam wieder erschließen
  • Konzentration und Handlungsplanung stabilisieren
  • Soziale Kontakte und berufliche Teilhabe wieder aufnehmen
Therapieraum mit höhenverstellbarem Schreibtisch, orangem Hocker und Pflanze in einer Vacura-Praxis

Am Anfang steht meist die Stabilisierung: ein verlässlicher Rahmen, überschaubare Aufgaben und Übungen zur Selbstregulation. Achtsamkeit und Körperwahrnehmung unterstützen dabei, im gegenwärtigen Moment zu bleiben, wenn Erinnerungen aufsteigen. Über handlungsorientiertes Training und kreative Methoden entstehen Erfahrungen von Wirksamkeit, die nicht an das Erlebte gebunden sind.

Die Behandlung erfolgt psychisch-funktionell, meist ein- bis zweimal wöchentlich über etwa 60 Minuten. Der Einzelrahmen bietet die nötige Sicherheit, Gruppenangebote kämen eher in einer stabileren Phase infrage.

Der erste Schritt ist eine ärztliche Heilmittelverordnung über eine psychisch-funktionelle Behandlung. Sie wird von Hausärzt:innen, Psychiater:innen oder psychologischen Psychotherapeut:innen ausgestellt. Mit ihr kannst Du Dich jederzeit für einen Termin melden.

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